Ameisen-Terror, Geldgier & andere Skandale in Wimbledon

Egal ob beim Spiel zwischen Marin Cilic gegen Florian Mayer oder bei Jo-Wilfried Tsonga gegen Aljaz Bedene oder beim Damen-Match Donna Vecic gegen Johanna Konta: Tausende fliegende Ameisen quälten in Wimbledon in den ersten Tagen die Tennisprofis und sorgten auf dem „heiligen Rasen“ für skurrile Szenen. Während sich viele das Ungeziefer einfach von den weißen Leibchen fegten oder mit den Schlägern zu vertreiben versuchten, sprühte sich die Kroatin Vekic beim Seitenwechsel sogar mit Insektenschutzmittel ein, um sich die kleinen Tiere vom Hals zu halten. Genutzt hat es am Ende wenig: Die Freundin von Stan Wawrinka verlor mit 8:10 im dritten Satz. Die Briten kenne das Problem und haben dafür sogar einen Namen – „Flying Ant Day“. Demnach fliegen die Tierchen in riesigen Schwärmen aus, sobald die neue Königin das Nest verlässt.

Thiem erstmals in der dritten Runde

Dominic Thiem ließ sich von den fliegenden Ameisen jedenfalls nicht stoppen. Der Österreicher musste gegen den Franzosen Gilles Simon, der vor allem mit flachen, drucklosen Bällen den Schützling von Günter Bresnik immer wieder nervte, zwar seinen ersten Satz im Turnier abgeben, siegte am Ende aber klar mit 5:7, 6:4, 6:2, 6:4. Damit steht Thiem im Tennis-Mekka erstmals in der dritten Runde. Im Vorjahr verlor Österreichs Nummer eins in der zweiten Runde gegen den Tschechen Jiri Vesely. Der Halbfinalist der French Open trifft nun auf den jungen US-Boy Jared Donaldson.

Tomic und Medvedev für ihr Verhalten bestraft

Für mehr Aufregung als der Zweit-Runden-Sieg von Thiem sorgten aber zwei Verlierer: Der Australier Bernhard Tomic wurde für seinen lustlosen Auftritt gegen den Deutschen Mischa Zverev vom Internationalen Tennis-Weltverband mit einer 15.000 Dollar-Buße (rund 13.200 Euro) belegt. Tomic sorgte nach der Niederlage vor allem auch mit den Aussagen, er habe sich auf dem Platz gelangweilt und es schwer gefunden, sich zu motivieren, für negative Schlagzeilen. Auch Ausrüster Head zog nun Konsequenzen und kündigte die Zusammenarbeit mit dem Australier.

14.500 Dollar-Strafe (12.700 Euro) muss auch Daniil Medvedev wegen unsportlichem Verhalten zahlen. Der Russe hatte nach dem Erstrunden-Sieg gegen Stan Wawrinka in der zweiten Runde gegen den Belgier Ruben Bemelmans Münzen vor den Stuhl von Schiedsrichterin Mariana Alves geworfen, weil er mit einigen Entscheidungen von ihr nicht einverstanden war. Am Ende verlor Medvedev in fünf Sätzen.

Preisgeld offenbar zu verlockend

Die beiden waren in Wimbledon aber nicht die einzigen, die negativ auffielen. Gleich sieben Profis (Dolgopolov, Klizan, Lopez, Tipsarevic, Kyrgios, Istomin, Troicki) bei den Herren warfen in ihren Erstrunden-Matches das Handtuch. Dennoch sackten sie, wie alle anderen die nach der ersten Runde die Koffer packen mussten auch, 35.000 Britische Pfund (mehr als 40.000 Euro) ein. Ohne jemanden vorverurteilen zu wollen, doch viele stellten sich schon die Frage, weshalb etwa der Serbe Janko Tipsarevic überhaupt antrat. Schließlich dauerte sein Match 12 Minuten, als er bei 0:5 aufgab. Um dies zu verhindern, wüsste dessen Landsmann Novak Djokovic einen Ausweg. „Ich würde einem kurzfristig verletzten Spieler, der sich fürs Hauptfeld qualifiziert hat, das Preisgeld trotzdem auszahlen – und im Gegenzug einen Lucky Loser spielen lassen“, erklärt die ehemalige Nummer eins der Welt.

Foto: Samuel Thurner

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