Australian Open: Trotz brütender Hitze eine Reise wert

Sabrina Gänsbacher machte einen kurzen Abstecher zu den Australian Open und berichtet für tennis-klatsch.com über Weltklasse Tennis, brütend heiße Temperaturen und eigensinnigen Australiern.

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Was gibt es schöneres als die Vorfreude auf eines der größten Tennisturniere der Welt? In Melbourne, angeblich der europäischsten Stadt Australiens steht die Zeit still. Der Tagesrhythmus ist dem Spielrhythmus angepasst. Live-Videoübertragungen auf offener Straße und an fast jeder Ecke – doch gähnende Lehre. Ein kurzer Blick auf das Thermometer reicht um zu wissen warum. 41 Grad um 11 Uhr in der Früh. Und selbst der Schatten bringt keine Erleichterung. Die bunten Klaviere, welche in Melbourne an fast jeder Straßenecke stehen („Play me“ zu deutsch „spiele mich“) erzeugen nicht wie gewohnt ein turbulentes Durcheinander – sondern glänzen in Stille.

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Ob es im Stadion auch so sein wird? Der Anmarsch in der brütenden Hitze selbst war schon eine sportliche Höchstleistung für mich. Ich erreiche verschwitzt und dehydriert das Tennisgelände. 18 Courts, die weltbekannte Rod-Laver- und die Hisense-Arena liegen vor mir. Der Securitycheck interessiert sich mittelmässig um den Inhalt meiner Taschen, denn er versucht verzweifelt mit einem kühlen Handtuch um den Körper gewickelt seine Körperkerntemperatur zu senken. Die Sicherheitskontrolle passiert, trete ich eine in eine neue Welt. Menschen über Menschen in Hunderten von Farben mit bemalten Gesichtern und Flaggen stehen unter öffentlich errichteten Duschen und Trinkstationen. Die nasse Handtuchtechnik scheint weit verbreitet. Live-Screens an jeder Ecke berichten über aktuelle Spielstände. Ich mach mich auf den Weg in die Rod-Laver-Arena und kann mich fast nicht auf den mir zugeteilten Sitz setzen – mitten in der Sonne – gefühlte 100 Grad. Doch König Roger musste man sich ansehen. Tennis auf einem anderen Niveau. Mit einer Leichtigkeit scheint ihm die Hitze nichts auszumachen. Kurz vor 17 Uhr ist das Thermometer im Stadion mittlerweile auf 44.8 Grad geklettert. Ich mitten in der Sonne – kein Luftzug und kein Schatten in Sicht. Zuschauer, welche sich kurz unter die rettenden Duschen im Freien begeben haben, berichten über kollabierte Massen, Rettungssanitäter im Höchsteinsatz und geschmolzene Wasserflaschen. Doch die Fans im Stadion geben nicht auf. Den Spielern werden Eisbeutel gereicht. Federer beendet souverän sein Match und steigt dem nach in die nächste Runde auf. Als gebürtige Südtiroler steht nun das Match von Andreas Seppi auf meinem Plan. Nach drei Liter Wasserkonsum , weiteren 4 1/2 Stunden verharren an dem erdenklich heißesten Platz in meiner Erinnerung, ist das Spiel entschieden und ich darf über einen Sieg meines Landsmanns jubeln. Ich setzte mich in den Schatten – natürlich mit einem kühl getränkten Handtuch über dem Kopf und werde sogleich von australischen Securitys gerügt, dass lediglich das Tragen eines Bikinis nicht erwünscht sei und ich mir das T-Shirt wieder anziehen soll. Weltklasse Tennis, unerträgliche Hitze und die eigensinnigen Australier: Der Besuch der Australien Open war jede leidende Minute wert! Doch nun, ab ins Schwimmbad…

Fotos: Sabrina Gänsbacher

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