Beim „Klassentreffen“ der Superstars in der dritten Reihe

Spannende Spiele, begeisterte Fans und Rivalen, die plötzlich zu Teamkollegen werden: Auch die dritte Auflage des Laver Cups darf nach der Premiere in Prag 2017 und dem Schaulaufen in Chicago im Vorjahr als voller Erfolg gewertet werden. 17.000 Zuschauer pro Session verwandelten die Genfer Palexpo-Halle drei Tage lang in ein Tollhaus. Mit der Laola-Welle und ohrenbetäubendem Lärm wurden die Superstars von „Team Europa“ – wie schon in den beiden Jahren zuvor – zum Sieg gepeitscht. Aus der Messehalle, nur ein paar Kilometer von der französisch-schweizerischen Grenze entfernt, wurde ein brodelnder Hexenkessel. Und auch wenn viele Kritiker behaupten, dass das nach der australischen Tennis-Legende Rod Laver benannte Show-Event eine Veranstaltung mit fehlendem sportlichen Wert und künstlich erzeugter Spannung ist, weiß der „Kampf der Kontinente“ auch im Tennis zu begeistern.

Schlachtgesänge und außerirdisches Tennis
Bereits am Samstag, lange bevor „Laver-Cup-Held“ Alexander Zverev von Teamkapitän Björn Borg und seinen Mannschaftskollegen nach dem entscheidenen Thriller gegen Milos Raonic vor lauter Freude fast erdrückt wurde, gerieten die Tennisfans bei dem bis auf das allerkleinste Detail durchgestylte Spektakel regelrecht in Ekstase. Als Roger Federer „Tennisrüpel“ Nick Kyrgios in einem grandiosen Match-Tiebreak niederringen konnte, ertönten von den Rängen immer wieder bekannte Schlachtgesänge, die man eigentlich nur aus Fußballstadien kennt. Als Rafael Nadal Gegner Raonic mit teilweise großartigem Tennis in die Knie zwang, trampelten sich die Zuschauer beinahe die Seelen aus Leib. Und als Kyrgios und „Spaßvogel“ Jack Sock gegen das Duo Nadal und Stefanos Tsitsipas in einem mitreißenden Doppel auf 5:7 verkürzten, wurde auch der stolzeste Europäer vom Zuschauerstuhl gerissen.

„Der Zirkus ist in der Stadt“
Doch was macht den Laver Cup so faszinierend? Ist es das Star-Aufgebot von „Team Europa“, das an die ATP Finals in der Londoner O2-Arena erinnert? Ist es der heroische Kampf von Außenseiter „Team World“ gegen einen vermeintlich unbezwingbaren Gegner? Oder ist es das gigantische Rahmenprogramm mit gläsernem Käfig, in dem sich die „Gladiatoren“ vor Menschentrauben einschlagen und sich wie Tiere aus dem Zoo zur Schau stellen? „Der Zirkus ist in der Stadt“, hörte man immer wieder begeisterte Menschen mit einem Lächeln auf den Lippen sagen. Eigentlich egal, was den Hype beim „Klassentreffen“ der Superstars auslöst. Auch wenn es beim Laver Cup um keine Weltranglisten-Punkte geht, man spürt regelrecht, dass die Spieler Spaß haben und bis auf die Haarspitzen motiviert sind.

Ein Tag mit Legende Alex Antonitsch
Den Laver Cup muss man einfach erlebt haben. Und wenn man dies dank tennisnet.com und Mr. Green nur wenige Meter entfernt von Teamchef John McEnroe aus der dritten Reihe tun darf, zwischendurch im „Legends Club“ frisch zubereiteten Lachs und Schweinebauch serviert bekommt und man noch einen unvergesslichen Tag mit Österreichs Davis Cup-Legende Alex Antonitsch erlebt, ist man von der rauschenden Veranstaltung, die Roger Federer und seine Management-Agentur „Team8“ aus dem Boden gestampft haben, noch mehr angetan.

Fotos: Samuel Thurner, Clemens Hörhager, Alex Antonitsch

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