Beim Turnier in Kitz die „Fäden“ in der Hand

Sie sind meist die Ersten, die auf die Anlage kommen und die Letzten, die sie am Abend wieder verlassen. Gerald Laposa (35) und seine Kollegen Christian Walter und Christian Kohler kümmern sich in diesem Jahr in der Gamsstadt um die Arbeitsgeräte der Profis. „Knapp 500 Rackets werden wir am Ende des Turniers bespannt haben“, verrät der 35-jährige Steirer, der heuer beim Turnier sein zehnjähriges Jubiläum feiert. „Eine Torte habe ich bisher aber nicht bekommen“, scherzt der Schläger-Experte.

Gelernt hat Laposa alles in einem Sportfachgeschäft in Graz. Seine Besaitungskünste bot er seither bei ATP- und WTA-Events in Österreich, Deutschland und der Schweiz an, durfte bereits mehrmals bei den French Open in Paris dabei sein und ist seit fünf Jahren auch der offizielle Bespanner des österreichischen Davis-Cup-Teams und damit auch für die Rackets von Dominic Thiem verantwortlich. „Der Job macht nach wie vor richtig Spaß“, meint der Außendienstmitarbeiter der Firma Babolat. Von den Spielen selbst oder dem Ort, in dem das jeweilige Turnier stattfindet, bekommt er allerdings nur sehr wenig mit.

Auch während eines Matches voll im Einsatz
Für einen Schläger benötigt Laposa, inklusive Logo auf die Saiten malen, rund 20 Minuten. Dabei steht er manchmal gehörig unter Druck. Denn es kommt nicht selten vor, dass Spieler auch während eines Matches einen oder sogar mehrere Schläger neu bespannt haben wollen. „Aus diesem Grund achten wir immer darauf, dass eine Maschine stets frei bleibt“, sagt Laposa. 

Unterschiedliche Bespannhärte
In Kitzbühel werden die Schläger übrigens aufgrund der Höhenlage in der Regel um einen Kilogramm härter bespannt als normal. „Dann macht es natürlich einen Unterschied, ob es heiß ist oder kühles Regenwetter herrscht.“ Die Bespannhärte variiert extrem: Manche wollen es mit 29 Kilo auf der Längs- und 28 auf der Quersaite etwas härter, andere mit 21/20 deutlich weicher.

Die Einteilung erfolgt nach einem Blick auf den Raster – gerecht aufgeteilt. Jeder Profi wird von einem Bespanner durch das gesamte Turnier begleitet. „Dies ist vor allem deshalb wichtig, damit die Schläger eines Spielers stets auf ein und derselben Maschine bespannt werden und diese nicht gewechselt wird. Denn jede Maschine ,zieht’ ein bisschen anders“, erklärt Laposa, der immer wieder überrascht ist, wie unterschiedlich Spieler sein können. „Einige sind extrem gut organisiert, achten etwa penibel genau auf ihr Griffband und auf die Bespannhärte – andere weniger.“ 

Service auch für Hobbyspieler
Das Service kann während eines Turniers auch von Hobbyspielern genutzt werden und kostet wie in den meisten Sportgeschäften zwischen 25 und 30 Euro inklusive Saite. Die Profis haben aber natürlich Vorrang – bei ihnen wird das Honorar für das Bespannservice am Ende vom Preisgeld abgezogen.

Fotos: Mario Urbantschitsch

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Du kannst diese Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>