Comeback, Sensationen, Tränen & verweigerter Handshake

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Es wurde gelacht, geweint, gefightet, geschwitzt und auch ein wenig gezickt. Das Fed-Cup-Wochenende hatte es wieder einmal in sich.

Aufholjagd blieb unbelohnt

Während sich in Ostrava Titelverteidiger Tschechien rund um Petra Kvitova relativ locker erneut ins Finale spielte, wurde das Duell zwischen Russland (ohne Maria Sharapova) und Deutschland in Sotschi zu einem wahren Krimi. Nachdem Deutschlands Teamchefin Barbara Rittner ihre zwei vermeintlich stärksten Spielerinnen Angelique Kerber und Andrea Petkrovic – für einen Außenstehenden völlig unerklärlich – am ersten Tag durch Sabine Lisicki und Julia Görgers ersetzte und mit 0:2 eigentlich schon mit dem Rücken zur Wand stand, erkämpften die beiden kurzfristig „Ausgemusterten“ am zweiten Tag ein Entscheidungsdoppel. Doch die Hoffnungen auf die Wende und die Chance auf eine Revanche gegen Tschechien im Fed-Cup-Finale wurden rasch zerstört. Petkovic und Lisicki hatten gegen Doppelspezialistin Elena Vesnina und der im Vergleich zum Einzel völlig ausgewechselten Anastasia Pavlyuchenkova (sie verlor nur Augenblicke zuvor gegen Kerber mit 6:1, 6:0) nicht den Hauch einer Chance. Die Russinnen triumphierten schlussendlich mit 6:2 und 6:3 und sorgten für bittere Tränen bei Petkovic. „Die Strapazen der knapp sechswöchigen USA-Tour haben Spuren hinterlassen. Angie war vor allem körperlich platt. Bei Andrea hat man gemerkt, dass sie mental an der Grenze ist“, erkläre Rittner die misslungene Personalrochade zum Auftakt. „Und es war nicht das Wochenende von Sabine“, kommentierte die Bundestrainerin bei Sat.1 Gold knapp den misslungenen Schachzug. Damit lautet das Fed-Cup-Finale im November Tschechien gegen Russland.

Schweiz gewinnt trotz Pleiten-Comeback von Hingis

In den Weltgruppen Playoffs feierte die Schweiz in Polen ein kleine Überraschung. Zwar verlor Martina Hingis bei ihrem Comeback gegen die beiden Radwanska Schwestern und musste auf ein Antreten beim Entscheidungsdoppel aufgrund muskulärer Probleme verzichten, die Eidgenossinnen triumphierten dennoch dank einer bärenstarken Timea Bacsinszky. Nachdem diese Agnieszka Radwanska mit 6:1, 6:1 nicht den Hauch einer Chance ließ, gewann sie an der Seite von Viktorija Golubic auch noch das dramatische und nervenaufreibende Doppel mit 2:6, 6:4, 9:7 gegen die polnische Paarung Agnieszka Radwanska und Alicja Rosolska. Die Schweiz schaffte damit ebenso wie Italien den Aufstieg in die Weltgruppe I, der die besten acht Nationen angehören.

Historische Niederlage für Serena Williams

Denn trotz dem Einsatz von Serena Williams mussten sich die US-Girls in Brindisi Sara Errani und Flavia Pennetta geschlagen geben. Die Weltranglisten-Erste mühte sich beim Stand von 1:1 nach dem ersten Tag gegen Errani bei windigen Bedingungen zwar zu einem 4:6, 7:6 (3), 6:3-Sieg, verlor nach der klaren 6:1, 6:1-Niederlage von Christina McHale gegen Pennetta aber zum ersten Mal im Fed Cup ein Match.  Williams und Alison Riske mussten sich den beiden erfahrenen Italienerinnen glatt mit 6:0, 6:3 geschlagen geben. Die USA bleibt nach der historischen Niederlage von Serena damit zweitklassig.

Bouchard verweigerte erneut das Händeschütteln

Zu einer faustdicken Überraschung kam es auch in Montreal. Ohne Simone Halep gewann Rumänien gegen Kanada und schafft damit ebenso den Aufstieg in die Weltgruppe. Ein rabenschwarzes Wochenende erwischte dabei Eugenie Bouchard. Das Tennis Pin-up verweigerte ihrer ersten Gegnerin Alexandra Dulgheru – wie vor einigen Monaten der Slowakin Kristina Kucova – bei der Auslosung den obligatorischen Handshake. Was die Rumänin von der Aktion hielt, beantwortete sie auf dem Platz. Die Nummer 69 der Welt schoss die 62 Plätze vor ihr gereihte Bouchard mit 6:4, 6:4 vom Feld und feierte den Erfolg mit einer pikanten Jubelszene. Dulgheru stürmte, nachdem sie ihren fünften Matchball verwandeln konnte, freudestrahlend zur rumänischen Bank und tat so, als wolle sie ihren Teammitgliedern die Hand reichen. Doch alle zogen die Hand zurück und streichelten sich übers Haar. „Es war eine Antwort darauf, was Genie gemacht hat. Es war nur unser Spaß, nichts Persönliches“, kommentierte Dulgheru die Szene süffisant. Zum obligatorischen Handshake nach Match-Ende kam es dann aber doch noch. Und obwohl am ersten Tag die Kanadierin Françoise Abanda, die Nummer 260 der Welt, die Rumänin Irina-Camelia Beug mit 4:6, 7:5, 6:4 besiegen konnte, mussten sich die Kanadierinnen am Ende geschlagen geben. Nach einer erneuten Niederlage von Bouchard gegen Andreea Mitu (6:4, 4:6, 1:6), verlor Abanda ihr zweites Einzel gegen Alexandra Dulgheru knapp mit 6:3, 5:7 und 2:6

Foto: Samuel Thurner

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