Defekte Rasenwalze rief Tennis-Klassiker ins Leben

wimbledon

Weiße Kleidung, Erdbeeren und grüner Rasen: Der Tennis-Klassikers von Wimbledon wird die nächsten 14 Tage die Sportwelt wieder in seinen Bann ziehen. Der Ursprung des legendären Turniers geht bis ins Jahr 1868 zurück. Damals wurde in der 106. Vorstandssitzung des „All England Croquet Clubs“ beschlossen, auf der sehr weitläufigen Anlage in Wimbledon auch einen Platz für Tennis anzulegen. Dies war ein neumodischer Sport (noch Sphairistike genannt), den sich der pensionierte Dragonermajor Walter Clopton Wingfiel hatte patentieren lassen. Sollte der neue Platz nicht genug für Tennis genutzt werden, könne man da auch Badminton spielen, sorgten sich die ehrwürdigen Herren. Doch Tennis wurde schnell populär, man musste bald vier neue Plätze anlegen.

Spieler und Zuschauer wurden zur Kasse gebeten

Legendär sollte die 125. Vorstandssitzung des „All England Croquet und Lawn Tennis Clubs“ werden: Man benötigte Geld für die Reparatur der Rasenwalze, mit der die mittlerweile zwölf Tennis-Plätze gepflegt wurden. Deshalb schrieb man eine Tennismeisterschaft mit Startgeldern für die Spieler und Eintrittsgeldern für die Zuschauer aus. Dieses Turnier wurde in der Worple Road in Wimbledon ab dem 9. Juli 1877 angesetzt. Die Teilnehmer mussten 1 Pfund und einen Shilling bezahlen, von den Zuschauern wurde ein Shilling Eintrittsgeld genommen. Das Turnier wurde ein Erfolg. Sportlich durch den Sieg des 27-jährigen Spencer Gore und durch immerhin 200 Zuschauer – die brachten genug Geld in die Kasse, um die Rasenwalze reparieren zu können. Da man generell sehr zufrieden war, plante man gleich ein Turnier für 1878.

„Monotonie und unübersichtliche Zählweise wird Menschen vertreiben“

Hinlänglich bekannt aber ist, dass ausgerechnet Gore dem Tennis keine rosige Zukunft vorhersagte: „Keiner wird sich mit dem Tennis anfreunden können. Die Monotonie des Spiels, die unübersichtliche Zählweise werden jeden sportinteressierten Menschen vertreiben. Ich bezweifle, dass dies ein populärer Sport wird.“ Dass er nicht Recht behielt, ist bekannt.

Französin würde mit sechs Titeln eine der ersten Weltstars

1884 durften erstmals Damen mitspielen (im ersten Jahr aber nur 13 Spielerinnen dabei) und gab es auch schon ein Herren-Doppel. Wobei zu Beginn die Brüder Ernest und William Renshaw sowie Reggie und Laurie Doherty erste Stars wurden. Wie in den Anfängen von Wimbledon vor allem die Französin Suzanne Lenglen mit ihren sechs Titeln bis 1925. Die „Göttliche“ wurde eine der ersten Weltstars des Damen-Sports.

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Danke an „Krone“-Redakteur Olaf Brockmann, der tennis-klatsch.com die Story über die Anfänge von Wimbledon zur Verfügung gestellt hat.

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