Delpo zwang Federer in Indian Wells-Thriller in die Knie

Nichts wurde es für Roger Federer mit der Titelverteidigung in Indian Wells. In einem denkwürdigen und äußerst verrückten Endspiel verlor der Schweizer in der kalifornischen Wüste gegen Juan Martin del Potro mit 4:6, 7:6, 6:7 und vergeigte dabei sogar mehrere Matchbälle.

Matchball im zweiten Satz abgewehrt

Dabei sah die Nummer eins der Welt, die mit zuvor 17 Siegen in Serie in diesem Jahr noch ungeschlagen war und den besten Saisonstart in seiner ohnehin atemberaubenden Karriere hinlegte, schon wie der sichere Sieger aus. Zwar verlor der Maestro gegen den gut aufspielenden Argentinier den ersten Satz mit 4:6, wurde mit Fortdauer des Matches aber immer stärker. Nachdem Federer im zweiten Satz bei 5:4 seine ersten Satzbälle nicht nutzen konnte und auch im Tiebreak Chancen auf den Satzausgleich ausließ, kam der „Turm von Tandil“ sogar zu einem Matchball. Doch Federer wehrte diesen ab und schlug beim insgesamt siebten Satzball doch noch zu.

Störende Rufe aus dem Publikum

„Delpo“, der sich daraufhin maßlos über das immer wieder dazwischenrufende Publikum aufregte, schien komplett entnervt und von der Rolle zu sein. Dennoch brachte der Gaucho seine Aufschlaggames auch im dritten Satz immer wieder durch. Bis zum 4:4. Als der Thriller seinen Höhepunkt erreichte, knackte der Schweizer unter tosendem Jubel doch noch den Aufschlag seines Gegners. Beim Stand von 5:4 und 40:15 setzte kaum einer im Stadion noch einen Cent auf Del Potro. Doch dieser wehrte die beiden Matchbälle ab bei Aufschlag Federer ab, und dieser vergeigte mit einem zweiten Stoppball hintereinander sogar einen dritten. Plötzlich musste ein Tiebreak über den Turniersieg entscheiden. In diesem zeigte der 20-fache Grand-Slam-Sieger unerwartet Nerven und servierte gleich zwei Doppelfehler. Bei 7:2 durfte Del Potro über seinen ersten Sieg bei einem Masters-1000-Turnier jubeln.

„Bis zum nächsten Jahr“

„Du warst der bessere Spieler am Ende. Es war aber nicht viel zwischen uns“, gratulierte Federer, der durch den Finaleinzug weiter die Nummer eins der Welt bleiben wird, seinem Gegner und konnte schon wieder lachen. „Ich bin glücklich wieder hier zu sein und ich hoffe, euch nächstes Jahr wieder zu sehen.“

Foto: Samuel Thurner

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