Der König von Mallorca – Rafael Nadal

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Manacor – ein weitgehend unbekannter Flecken auf der Weltkarte – ist dank seines berühmten Söhnes zumindest bei Tennisfans bekannter als so manche Weltstadt. Und das Besondere: Rafael Nadal hält seiner vertrauten Heimatstadt auf Mallorca die Treue und kehrt immer wieder auf die Insel zurück, um sich für die großen Bühnen des Tenniszirkuses vorzubereiten. Erst kürzlich gewann er bereits zum insgesamt neunten Mal die French Open in Paris und stellte damit als Spieler mit den meisten Titeln bei einem Grand-Slam-Turnier einen neuen Rekord in der “Open Era” auf. Doch was macht den Mallorquiner so stark? Viele sind davon überzeugt, dass seine eng zusammenhaltende Familie Kraft und Rückhalt gibt. Auch deshalb reist er wohl nahezu in jeder freien Minute nach Manacor, der mit etwas mehr als 40.000 Einwohnern drittgrößte Stadt der Insel. Bekannt ist der Ort als Möbelstadt und wegen zahlreicher Geschäfte mit künstlichen Perlen. Im Stadtwappen umfasst eine Hand ein Herz, und so ist auch die Bedeutung von Man-a-Cor “Hand am Herz”.

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tennis-klatsch.com Herausgeber Samuel Thurner wollte sich selbst einmal anschauen, wie stark der „König von Mallorca“ des Tennis in seiner Heimatstadt verwurzelt ist.

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„Vor der Sandplatzsaison trainiert er öfters hier“, sagt Albert Riera, der gegenüber vom Club de Tenis Manacor den Xtreme Tennis-Shop betreibt. Für Riera ist „Rafalet“, wie ihn die meisten Einwohner Manacors nennen, ein Kunde wie jeder andere, der früher mal mit seiner Frau im Tennisclub gegenüber gespielt hat. „Rafa kommt gerne nach Manacor, hier kann er normal leben, man lässt ihn in Ruhe“, sagt Riera. Hier auf der Baleareninsel, wo Rafa aufgewachsen ist, kann er sich ungestört bewegen, niemand stürzt sich auf ihn. Er dreht seine Joggingrunde mitten im Zentrum von Manacor, trainiert sein oft lädiertes Knie im städtischen Freibad und zeiht in der Turnierfreien Zeiten mit Freunden um die Häuser.

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Diesen Eindruck hat man auch in der ganzen Stadt. Auf dem Balkon des Tourismusverbandes prangert zwar ein riesiges Poster des Superstars, ansonsten ist von der „Rafa-Mania“ aber wenig zu spüren. Außer im Tennisclub selbst, wo an jeder Ecke ein Transparent auf das berühmteste Mitglied hinweist. „Er verpasste von Montag bis Freitag kein Training und kam auch noch Samstag, das machte sonst kein Jugendlicher“, erzählt Juan Hidalgo, der Geschäftsführer des Club de Tenis, wo Rafael den Umgang mit dem Schläger erlernte. Nadal kommt zwar ab und zu zum Trainieren, hält sich sonst jedoch zurück. „Ein Tennisturnier, dem Nadal seinen Namen geben würde, das wäre es doch, aber irgendwie kommt da nichts. Er würde vielleicht, aber sein Umfeld möglicherweise nicht. Das denke ich“, sagt Hidalgo.

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Zum Training der Jugendlichen kommt Nadal nicht. „Weil alle Kinder Autogramme haben wollen. Er will aber seine Ruhe haben“, so der Senior, der dafür Verständnis hat. Er weiß schließlich, was los ist, wenn der Sandplatzkönig zum Training kommt. „Auch wenn er anonymisiert als CTM auf dem Belegungsplan steht. Einer kriegt es immer raus und dann drängeln sich schnell mal 1000 Leute auf der kleine Anlage mit den sieben Sandplätzen.“

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Der leidenschaftliche Fischer

In seiner Freizeit fischt Nadal für sein Leben gerne und isst am liebsten Fisch. “Rafas Lieblingsspeise sind Anchovis”, weiß Aurelio Ucendo, Gastwirt im Restaurant Sa Punta auf einer kleinen Landzunge an Mallorcas Ostküste in der Ortschaft Cala Bona. Der betagte Mann ist Teilhaber gemeinsam mit Nadals Vater und dessen drei Geschwister. Für seinen berühmten Gast hält Ucendo auch stets eine Reserve der salzigen Sardellen bereit. “Sein Vater, Onkel und Tanten kommen jedes Wochenende.”

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Nadal plant internationales Tenniszentrum

Während andere Sportler ihren Wohnsitz aus steuerrechtlichen Gründen längst nach Monte Carlo verlegt haben, leistet der berühmte Sohn der Stadt noch immer brav in Manacor seine Abgaben. Der tief verwurzelte Insulaner will in etwa sechs Jahren sogar sein internationales Tenniszentrum – finanziert aus der eigenen Tasche – am Stadtrand verwirklichen. Und das obwohl erst 2009 von der Regionalregierung und dem Tennisverband der Balearen um 5,6 Millionen Euro eine neue Talenteschmiede errichtet wurde. Doch aufgrund von fehlendem Geld, steht das Leistungszentrum für Tennis, Paddel und Squash heute leer. Nur Nadal selbst bringt sich im Winter dort hin und wieder in Form.

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Neue Villa am Meer in Porto Cristo

Während die derzeitige Nummer 2 der Welt noch bis vor kurzem im Elternhaus direkt neben der Kathedrale im Zentrum der Stadt lebte, kaufte er sich Ende Dezember 2012 für gut vier Millionen Euro eine Villa am Meer in Porto Cristo nahe seiner Heimatstadt. Das herrliche Anwesen befindet sich im Ortsteil sa Carrotja und liegt auf einem 7000 Quadratmeter großen Grundstück. Dies ist nun bereits die zweite Luxusvilla, die Nadal in seinem bevorzugten Ferienort besitzt.

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Fotos: Samuel Thurner

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