Der vergessene Tennis-Star und sein Weg durch die Hölle

Robin Söderling US Open Foto: Stefan Ruef

Er hat Rafael Nadal im Jahr 2009 dessen bis heute einzige Niederlage im Sandplatz-Mekka von Roland Garros in Paris beschert und stand auf Platz vier der Tennisweltrangliste. Heute fühlt sich Robin Söderling einfach nur schlapp. Kraftlosigkeit, Schwindelgefühle und Fieberschübe trieben den Schweden immer wieder zum Arzt. Diagnose: Söderling leidet am Pfeifferschen Drüsenfieber, einem chronischen Erschöpfungssyndrom. Trotzdem hat er die Hoffnung, eines Tages wieder auf einem der großen Tennisplätze der Welt zu stehen nicht aufgegeben.

Der mühsame Weg zurück

„Ich werde wiederkommen, wenn ich zu 100 Prozent fit bin. Leider weiß ich nicht, wann das sein wird“, erklärte der zweimalige French-Open-Finalist, der seit Juli 2011 kein Spiel mehr bestritten hat, unlängst der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“. Die Arbeit an seinem Comeback sei allerdings auch sehr mühsam: „Ich trainiere nach Gefühl. Mal geht es nur fünf Minuten, mal eine Stunde. Und danach erhole ich mich jedes Mal im Schneckentempo“, meint der Schwede.

Bei seinen Tennis-Kollegen eher unbeliebt

In der Beliebtheitsskala ist Robin Söderling bei seiner Tennis-Kollegschaft nur im unteren Drittel zu finden. Weil sich der Skandinavier als Einzelgänger abschottet. Und, weil er sich nach fabrizierten Netzrollern partout nicht entschuldigen will. „Ich spiele ja auch nicht Tennis, um Freunde zu gewinnen. Ich spiele Tennis, um Matches zu gewinnen“, hat Söderling einmal diese Unart provokant kommentiert. Und trotzdem, jenes Schicksal, von dem der Schwede nun seit zwei Jahren arg gebeutelt wird, hätte ihm bestimmt keiner gewünscht. 2013 wird für den 1,93-m-Hünen das Jahr der Entscheidung. Verbessert sich der Zustand nicht, steht wohl das Karriereende am Spiel. „Wenn ich nicht zurückkomme, dann ist es eben so“, kann Söderling seinen aufgestauten Frust nicht mehr verbergen.

Foto: Stefan Ruef

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