Dominic Thiem: Vom kleinen Bub zum Star

Dominic Thiem Kitzbühel Foto: Robert Parigger

Die Future-Turniere hat Dominic Thiem mit Siegen auf dem Fließband gemeistert, auf Challenger-Ebene erste Erfolgserlebnisse gefeiert – und in Wien und Kitzbühel zeigte der „Super-Bub“, dass auch auf der ATP-Tour einiges möglich ist. Dort erreichte er nämlich zwei Mal in seiner noch jungen Karriere das Viertelfinale. Doch während die einen vom neuen österreichischen Tennis-Star reden, bleibt Thiem selbst auf dem Boden. Er weiß: Der Weg in Richtung Tennis-Weltklasse ist noch ein weiter. Die Begeisterung in Österreichs Tennis-Szene ist seit seinen jüngsten Erfolgen jedenfalls groß.

„Die große Bühne macht ihm nichts aus“

Nach seiner knappen Niederlage gegen Jo-Wilfried Tsonga beim ATP-Turnier in der Wiener Stadthalle waren die Kommentare danach jedenfalls überraschend euphorisch. „Ich habe in der Halle teilweise Gänsehaut bekommen. Ich bin seit 1982 immer in der Stadthalle und kann mich an keine dreimal erinnern, wo so eine Stimmung war“, schwärmte etwa Alexander Antonitsch von der tollen Atmosphäre. Angetan war der frühere Davis-Cup-Spieler aber auch von der Leistung Thiems. „Das ist fantastisch fürs österreichische Tennis, fantastisch für den Jungen. Der kann ganz nach vorne kommen. Er hat auch gezeigt, was in Zukunft möglich ist“, so der Kärntner. Stark empfand er auch, dass Thiem die große Bühne gar nichts macht. „Es gibt oft Spieler, die haben Angst da draußen – ihm macht das Spaß! Das spüren die Leute. Ich bin vollauf begeistert, und das ist wohl jeder, der die Partie gesehen hat.“Auch Thiems Fitnesscoach Sepp Resnik war nach der Niederlage in Wien für seine Verhältnisse sprachlos: „Unvergesslich für mich. Wir haben die Möglichkeit gehabt bis zur Stadthalle gemeinsam acht Monate zu verbringen – Dankeschön.“ Der Jungstar selbst versuchte, trotz aller Zufriedenheit, alles ein bisschen herunterzuspielen. „Es war toll zu sehen, dass ich mitspielen kann mit so einem Gegner. Es ist aber ein langer Weg“, erklärte Thiem, der sich auf großen Bühnen einfach wohler fühlt. „Ich muss schauen, dass ich das auf kleineren Bühnen auch so rüber bringe. Können tu ich es, das habe ich jetzt gezeigt.“

Vorbild Melzer besiegt

Dass seine Leistungen in Wien keine Eintagsfliege waren, bewies der Österreich heuer bereits in Kitzbühel. Dort hatte Thiem in der ersten Runde den Russen Kusnetsow geschlagen, danach im Achtelfinale sensationell Jürgen Melzer besiegt. „Das war natürlich ein ganz spezieller Tag“, erinnert sich der „Shooting-Star“, „weil Jürgen in meiner Kindheit immer zu den größten Vorbildern gezählt hat.“

Zweiter Challenger Titel

Nun knüpfte Thiem auch auf kleineren Bühnen nahtlos an den beeindruckenden letzten Leistungen an. Anfang September in Como das erste Finale, am 21. September in Kenitra der erste Titel – und jetzt gleich der zweite: Thiem gewann diese Woche nun auch den Challenger in Casablanca. Der auf drei gesetzte Niederösterreicher setzte sich im Endspiel nach klarem erstem und hart umkämpftem zweitem Durchgang in zwei Sätzen durch, bezwang den auf vier gereihten Italiener Potito Starace – dieser war bereits die Nummer 27 der Welt – mit 6:2, 7:5.

Debüt in Melbourne

Bereits mit den erspielten Punkten in der Wiener Stadthalle hat Thiem ein großes Ziel erreicht: Erstmals darf er beim Grand Slam in Melbourne aufschlagen. „Natürlich muss ich in die Qualifikation“, erklärt Thiem, „doch bei so einem berühmten Turnier dabei sein zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes.“

Foto: Robert Parigger

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