Drama, Baby! Thiem verliert Fünf-Satz-Krimi gegen Nadal

Tennis kann manchmal auch grausam sein! Dominic Thiem lieferte sich im Viertelfinale gegen den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal über vier Stunden und 49 Minuten eine epische Schlacht und ging dann doch aufgrund eines Schmetterball-Fehlers um drei Minuten nach 2 Uhr Früh Ortszeit baden. Viele österreichische Tennisfans, die den heroischen Kampf ihres Landsmannes mitten in der Nacht oder während des Frühstückes miterlebten, durften dennoch über die grandiose Leistung des Lichtenwörthers staunen.

Spanier mit 6:0 (!) vom Platz geschossen

Dabei legte der Schützling von Günter Bresnik los wie die Feuerwehr. Er fegte den spanischen Superstar regelrecht vom Platz und holte sich Satz eins mit 6:0. „Mir ist alles aufgegangen“, erklärte Thiem nach dem Match. Im zweiten Durchgang kam der „Stier aus Manacor“ dann endlich ins Spiel und holte sich den Satz mit 6:4. Dann folgte der Satz, der den Österreicher im Nachhinein gesehen, wohl das Genick brach. Thiem schaffte das Break zum 4:3 und servierte bei 5:4 auf die 2:1-Satzführung. Doch der Mallorquiner schlug zurück, holte drei Games in Serie und war plötzlich in Front. „Den hätte Dominic gewinnen müssen! Vor allem wenn man bei 5:4 auf den Satz serviert“, wird Trainer Bresnik zitiert. Doch sein Langzeit-Schüler kämpfte munter weiter und bot dem 17-fachen Major-Sieger die Stirn. Satz vier war ein offener Schlagabtausch, der im Tiebreak entschieden werden musste – mit besserem Ende für den Österreicher.

Schmetterball ließ Traum zerplatzen

Viele der 24.000 Fans, die wie üblich in Flushing Meadows um Mitternacht bereits die Heimreise antraten, verpassten den Höhepunkt des Krimis. Weiter knallten sich die beiden Gladiatoren die Bälle um die Ohren. Nadal kam erst zu zwei, beim Stand von 5:5 dann sogar zu drei Breakbällen in Serie. Doch mit guten Aufschlägen wehrte Thiem alle ab und rettete sich erneut ins Tiebreak. Und auch dieser stand wieder auf Messers Schneide. Matchball Nadal bei 6:5 aus seiner Sicht, Thiem stürmte nach einem guten Angriffsball ans Netz und setzte dann einen Schmetterball deutlich ins Aus. 0:6, 6:4, 7:5, 6:7 (4) und 7:6 (5) für den Branchenprimus! Der Traum vom ersten Semifinale in New York platzte für Thiem wie eine Seifenblase. Dennoch darf er sich über 411.000 Euro Preisgeld sowie 320 Punkte für die Weltrangliste freuen. Beim Einzig ins Semifinale wäre es allerdings das Doppelte gewesen…

Foto: Samuel Thurner

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