Eklat im Schweizer Davis Cup Team

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Stanislas Wawrinka hat es im Schweizer Davis Cup Team nicht leicht. Anfang Februar 2013 gefiel Stan die Absage von Landsmann Roger Federer gegen den amtierenden Titelträger Tschechien ganz und gar nicht. „Roger sagt seit Jahren, dass er spielen möchte und ihm der Davis Cup wichtig ist. Aber das ist offenbar nicht der Fall. Das ist schade. Er dreht die Dinge so, wie es ihm gerade passt. Es ist seine Entscheidung, am Ende ist Tennis ein Einzelsport und jeder muss schauen, was für seine Karriere das Richtige ist. Aber ich habe seine Entscheidungen in der Vergangenheit mehr verstanden als jetzt. Der Davis Cup genießt für ihn momentan keine Priorität“, äußerte sich Wawrinka kritisch gegenüber „König“ Roger.

Laaksonen aus Team geschmissen

Nun der nächste Eklat: Bei der Eröffnungszeremonie der Davis-Cup-Partie gegen Ecuador lauschen die Schweizer nur zu dritt der Nationalhymne. Der vierte Mann – der 21-jährige Henri Laaksonen – sitzt vor dem Fernseher im Hotelzimmer. Statt zum zweiten Mal in seiner jungen Karriere ehrenvoller Teil der Nationalmannschaft zu sein. Was ist passiert? Der finnisch-schweizerische Doppelstaatsbürger zeigt in den Trainings zu wenig Einsatz. Es kommt sogar zum heftigen Streit mit Team-Leader Wawrinka. Entnervt bricht Stan das Training ab, Captain Severin Lüthi schmeisst Laaksonen prompt aus dem Team.

Harte Kritik von Wawrinka

Nach seinem Dreisatz-Sieg über Emilio Gomez (ATP 340) äussert sich Wawrinka stinksauer zu dem Thema. „Wie der sich hier aufgeführt hat, ist schlicht inak­zeptabel“, schimpft er über Laaksonen. „Wenns nach mir ginge, bekäme der keine Unterstützung von Swiss Tennis und keine Wildcard mehr.“ Wawrinka geht mit der heutigen Mentalität der Jugend hart ins Gericht. „Unter den wenigen Jungen gibt’s zu viele, die glauben, alles sei erlaubt und geschenkt.“

Für Team-Captain Lüthi ist Laaksonens Rausschmiss zwar nicht zwingend definitiv, aber eine Erziehungsmassnahme, die Wirkung zeigen sollte. „Es ist eine sehr harte Strafe. Aber ich hoffe, Henri lernt daraus, denn seine Einstellung gefällt mir gar nicht. Nicht nur hier – schon an den US Open.“

Stan, der Teamplayer

Dabei müsste Laaksonen ein Vorbild nicht weit suchen. Teamplayer Stan, der sich über zehn Jahre zum Leader emporgeschuftet hat, lebt den Davis-Cup-Spirit mit Leib und Seele: beherzter Einsatz, bedingungslose Loyalität – egal, ob auf dem Court oder auf der Bank. Auch Ecuador zwang sich der erschöpfte US-Open-Halbfinalist mental und körperlich an seine Grenzen.

Foto: Stefan Ruef

 

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