Erhält Sharapova auch für die French Open eine Wildcard?

Maria Sharapova Stuttgart Foto: Samuel Thurner

Nach ihrer 15-monatigen Doping-Sperre wird Maria Sharapova am 26. April beim WTA-Turnier in Stuttgart auf die WTA-Tour zurückkehren. Obwohl die hübsche Russin nicht mehr in der Weltrangliste auftaucht, muss sie sich nicht durch die Mühen der Qualifikation quälen, sondern erhält in der deutschen Autometropole von den Veranstaltern eine Wildcard. Der Grund liegt auf der Hand: Sharapova soll den Ticketverkauf ankurbeln.

In Paris ist man sich noch uneins

Auch bei den Sandplatz-Klassikern in Madrid und Rom wurde der „Doping-Sünderin“ bereits ein Platz im Hauptfeld versprochen. Lediglich die Bosse der French Open in Paris sind sich noch unsicher, ob die fünffache Grand-Slam-Siegerin eine Wildcard für das zweite Major-Turnier des Jahres verdient hat. „Integrität ist einer unserer wichtigsten Punkte. Wir können nicht einerseits unsere Investitionen im Anti-Doping-Kampf erhöhen und andererseits Frau Sharapova eine Wildcard geben“, wurde Bernard Giudicelli, frischgebackener Präsident des französischen Tennisverbandes unlängst von der Zeitung „L’Equipe“ zitiert. Definitive Absage an die Russin ist dies aber noch keine. Man wolle sich mit Sharapova an einen Tisch setzen und dann entscheiden.

Kerber findet es „etwas seltsam“

Die vielen Wildcards für die noch dopinggesperrte Blondine nach ihrem Meldonium-Missbrauch stoßen einigen ihrer Kolleginnen sauer auf. Beim Millionen-Turnier in Indian Wells meinte etwa Angelique Kerber, dass sie den „Freifahrtsschein“ für Sharapova für den Porsche Tennis Grand Prix schon „ein wenig seltsam“ findet. „Wir haben so viele gute deutsche Spielerinnen, die gerade bei einem Heim-Turnier eine Wildcard brauchen würden“, erklärte die Weltranglisten-Erste. Auch die Sondererlaubnis, dass die ehemalige Nummer eins der Welt aus Sibirien erst am Mittwoch in Stuttgart ihr Erstrundenmatch spielen wird (erst am Dienstag um Mitternacht läuft ihre Sperre aus) ist Kerber ein Dorn im Auge. „Diese Situation ist schon etwas eigenartig für uns Spielerinnen. Wir beginnen mit dem Turnier, aber ihr ist es erst ab Mittwoch erlaubt, das Stadion zu betreten“, wundert sich die Deutsche.

Tweet der WTA sorgt für Unmut

Kerber steht mit ihrer Meinung nicht alleine da: „Einige Leute bekommen Wildcards. Aber ich habe wohl nicht so ein Gewicht. Ich zähle nichts“, klagt die Italienerin Francesca Schiavone, die 2010 in Paris den Titel holte und für heuer ebenfalls auf eine Wildcard angewiesen wäre. Öl ins Feuer goss nun ausgerechnet noch die WTA selbst. „Das Tennis braucht Maria!“, schrieben die Social-Media-Beauftragten der Profivereinigung auf Twitter. Einige Profis, wie die Französin Alize Cornet, konnten ihre Wut über die mittlerweile wieder gelöschte Nachricht nicht verkneifen und antworteten entrüstet.

Foto: Samuel Thurner

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Du kannst diese Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>