Federer gewinnt Schweizer-Krimi und steht im Finale

Wird ausgerechnet Stan Wawrinka das Traumfinale zwischen Landsmann Roger Federer und Rafael Nadal verhindern? Nicht nur in der Schweiz war die Anspannung vor diesem Halbfinal-Kracher bei den Australian Open groß. Die Rod-Laver-Arena in Melbourne war am „Australia Day“ – dem australischen Nationalfeiertag – fest in der Hand der Eidgenossen. Überall rote Fahnen mit weißem Kreuz. Die einen mit „Allez Stan“-, die anderen mit „Come on Roger“-Plakaten. Das Fest war also angerichtet.

Racket nach 0:2-Satzrückstand zertrümmert

Und das Match begann auf hohem Niveau. Die beiden Kumpels schenkten sich nichts. Federer kam im ersten Satz zu vier Breakbällen, verwandelte davon einen. Wawrinka ließ seine drei Chancen alle aus. Das Ergebnis: 7:5 für den „Maestro“. In einer ähnlichen Tonart ging es weiter. Der 17-fache Grand-Slam-Sieger machte die entscheidenden Punkte und holte sich das Break zum 4:2. Ein Schläger von „Stan-The-Man“ hatte damit ausgedient. Bei der Nummer vier der Welt gingen die Sicherungen durch. Mit brachialer Gewalt zertrümmerte der Schützling von Magnus Norman sein Racket. Der Satz war futsch, denn danach ging es schnell. Federer gewann Durchgang zwei mit 6:3.

Kleine Wende nach „Medical Timeout“

Doch wer nach der 2:0-Satzführung dachte, das Match sei entschieden, der irrte. Nach einem „Medical Timeout“ drehte Wawrinka so richtig auf. Mit einbandagiertem Knie holte sich der Australian-Open-Sieger von 2014 in Windeseile Satz drei mit 6:1. Nun hatte die Nervenschlacht so richtig begonnen. Gleich zu Beginn des vierten Satzes nahm Wawrinka seinem Gegner erneut den Aufschlag ab. Doch Federer schlug umgehend zurück und schaffte das Rebreak. Bis zum Stand von 4:4 blieb alles in der Reihe. Doch dann holte sich Stan mit einem gefühlvollen Passierball das Break und ließ sich den Satz nicht mehr nehmen.

Mirka jubelte im rosa Designer-Pulli

Wawrinka schaffte es bereits in seiner Karriere sechs Matches nach einem 0:2-Satzrückstand zu drehen. Doch zu einem siebten Mal sollte es vorerst nicht kommen. Ausgerechnet mit einem Doppelfehler „schenkte“ der Freund von Donna Vekic Federer das Break zum 2:4, nachdem er kurz zuvor selbst eine Breakchance vergeigte. Das Match war entschieden. Nach drei Stunden und vier Minuten durfte Federers Frau Mirka, die mit einem sündhaft teuren, aber gewöhnungsbedürftigen Gucci-Pulli in rosa die Blicke auf sich zog, in der Box jubeln. Federer gewann mit 7:5, 6:3, 1:6, 4:6 und 6:3 und darf nun auf seinen Finalgegner warten. Im Endspiel trifft er entweder auf „Baby-Federer“ Grigor Dimitrov oder auf Langzeitrivale Rafael Nadal.

Foto: Stefan Ruef

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