Für 827,60 Euro! Berliner Start-up kaufte Beckers Homepage

Boris Becker Kitzbühel Foto: Samuel Thurner

Ein Gericht in London hatte Tennislegende Boris Becker Ende Juni für zahlungsunfähig erklärt. Zwar haben die Anwälte des Deutschen die Meldung, „Bobele“ sei pleite, sofort dementiert, die Negativschlagzeilen rund um den dreimaligen Wimbledonsieger rissen seitdem aber nicht mehr ab.

Persönlicher Brief an „Bobele“

Nun sorgt erneut eine zumindest skurrile Nachricht nicht nur bei Becker-Fans für Kopfschütteln. Die Website borisbecker.com, auf die der „Rote Baron“ etwa immer noch via Twitter verweist, wurde für lediglich 827,60 Euro versteigert. Zugeschlagen hat ein Start-up-Unternehmen aus Berlin. Seitdem ist auf der Homepage auf blauem Hintergrund ein persönliches Brief an Becker zu lesen. „Lieber Boris, mit etwas Wehmut haben wir die Schlagzeilen um Deine Person in den vergangenen Tagen zur Kenntnis genommen. Als Ikone des Tennissports und gefeierter Star hast Du uns in den vergangenen Jahrzehnten begeistert“, schreiben die neuen Inhaber, die den Rabattdienst sparheld.de führen. „Mit 17 Jahren hast Du als jüngster Spieler erstmals Wimbledon gewonnen und damit ein Stück Tennisgeschichte geschrieben. Dieser unvergessliche Triumpf wird in naher Zukunft wohl nicht zu wiederholen sein. Unvergessen bleibt nicht das längste Davis-Cup-Match aller Zeiten, als Du 1987 John McEnroe niederringen konntest oder Dein Sieg bei den Australian Open 1991, als Du zum ersten Mal die Nummer 1 der Tenniswelt warst. Insgesamt zieren 6 Grand Slam-Titel sowie 49 Turniersiege Deine Vita. 2013 hast Du ein neues Kapitel in Deinem Leben aufgeschlagen und den damaligen Weltranglistenzweiten Novak Dokovic zu Ruhm und Ehre geführt. Unter Deiner Regie konnte Dokovic sechs Grand Slam-Titel gewinnen und 2014 an die Spitze der Weltrangliste zurückkehren. Leider mussten wir mit bedauern feststellen, dass Deine Webseite zur Auktion stand. Damit mit Deiner Domain kein Schindluder getrieben wird, haben wir uns diese gesichert und bewahren sie für Dich auf. Du kannst Dich jederzeit bei uns melden, damit sie wieder in Deinen Besitz übergeht.“

„Wir sind Fans von Boris“

Der „Welt“ sagte Henning Kruthaup, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens: „Wir haben das gemacht, weil wir Fans von Boris Becker sind. Und für den Preis ist das auch okay.“ Es handele sich nicht um ein geschäftliches Investment. „Es ist einfach seine Marke, und es sind seine Rechte an der Marke. Wir wollten einfach nicht, dass sich jemand die Domain sichert und etwas damit macht, das den Namen ,Boris Becker‘ noch weiter schädigt.“

Foto: Samuel Thurner

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