Furioser Auftakt mit angezogener Handbremse in Basel

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Die Swiss Indoors in Basel haben am „Super Monday“ traditionell mit einem Paukenschlag begonnen. Nachdem der Kanadier Paul Anka unter anderem mit dem Ohrwurm „My Way“ die Tennisfans von den Stühlen riss, betrat Rafael Nadal begleitet von einem Blitzlichtgewitter und tosendem Jubel die St. Jakobshalle. Alle waren gespannt, wie sich der Spanier, dem ja bekanntlich ein entzündeter Blinddarm zu schaffen macht und der Antibiotika schluckt, bei seinem ersten Auftritt seit 10 Jahren in Basel präsentiert. Gegen den Qualifikanten Simone Bolelli aus Italien gestaltete sich der Auftakt allerdings problemlos. Trotz vieler Fehler und phasenweise angezogener Handbremse spielte der Stier aus Manacor seinen Gegner an die Wand. In nur 32 Minuten holte sich Nadal den ersten Satz mit 6:2. Mit frischem Hemd und frischem Stirnband stieß der Spanier zu Beginn des zweiten Satzes auf mehr Gegenwehr. Doch ernsthaft gefährden konnte Bolelli den Spanier nicht: Er kommt in der gesamten Partie nicht ein einziges Mal zu einem Breakball. Am Ende freute sich Nadal über das 6:2, 6:2 so sehr, dass er mit einem signierten Matchball (der Fänger konnte den Ball gegen zwei Flugtickets von Swiss eintauschen) beinahe die Scheinwerfer von der Hallendecke schoss. Übrigens: Es war sein erster Sieg in Basel überhaupt!

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Nervöser Spanier spielte sich ins Herz der Schweizer Fans

„Ich war vor dem Match schon ziemlich nervös“, gestand Nadal anschließend vor versammelter Presse. „Ich geniesse aber jede Minute auf dem Court. Und ich bin mit dem Spiel eigentlich recht zufrieden.“ Der Spanier dankte auch den Schweizer Fans, die ihn positiv begleiteten. „Toll war auch wie voll die Halle war, daran war aber wohl auch Paul Anka beteiligt“, schmunzelt der ehemalige Weltranglisten-Erste, der sich das Davis-Cup-Finale zwischen Frankreich und der Schweiz natürlich im Fernsehen ansehen will. „Ich liebe ja den Sport.“

Thiem verliert auch viertes Saisonduell gegen Goffin

Die nach dem Nadal-Match in Scharen nach Hause strömenden Zuschauer verpassten im Anschluss eine spannender und teilweise hochkarätiger Partie zwischen Dominic Thiem und David Goffin. Der Österreich, der sich für das verlorene Kitzbühel-Finale revanchieren wollte, musste sich aber auch in der vierte Begegnung in dieser Saison gegen seinen Angstgegner aus Belgien geschlagen geben. Nachdem sich Goffin den ersten Durchgang knapp im Tiebreak (7:4) holte, schaffte der Niederösterreicher gleich zu Beginn des zweiten Satzes das erste Break im Spiel. Doch bald darauf zog der Belgier auf 4:1 davon. Ein Vorsprung, den er bis zum Ende verteidigte und nach 76 Minuten mit 6:3 das Match für sich entschied. Thiem war trotz der Niederlage nicht unzufrieden. „Das Match war okay. Der erste Satz war phasenweise sogar gut. Auf jeden Fall besser als letzte Woche. Aber David spielt echt stark im Moment und hat den Sieg verdient, weil er megastabil bleibt und sehr, sehr gut kontert. Respekt dafür, wie sehr er in jeder Situation das Richtige macht. Da hat er mir noch viel voraus“, erklärte der Shootingstar nach der Partie.

Fotos: Samuel Thurner

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