Gerät der weiße Sport in den Doping-Sumpf?

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Der Serbe Viktor Troicki wird für 18 Monate gesperrt, weil er im April beim ATP-Turnier in Monte Carlo eine Blutentnahme verweigert. Und der Kroate Marin Cilic soll seit Mai eine mit der ATP vereinbarte „stille“, dreimonatige Doping-Sperre absitzen. Gerät der bisher vermeintlich fast unbescholtene Tennis-Sport in den Doping-Sumpf? Ein italienischer Jungspund verdächtigt jedenfalls auch Top-Spieler wie Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal illegale Substanzen zu verwenden.

Junger Italiener stellt die Stars unter Generalverdacht

Gianluigi Quinzi, der im Sommer das Junioren-Turnier von Wimbledon gewinnen konnte und seither seine ersten Gehversuche bei den Grossen macht, greift gleich die Top-Cracks an. „Nadal und Federer werden nie getestet, während alle anderen andauernd zur Dopingprobe müssen. Ich sage nicht, dass sie etwas nehmen. Aber ich weiss nicht. Man kann einfach zur Erkenntnis kommen, dass es so ist“, lässt sich der Italiener von der Gazzetta dello Sport zitieren.

„Tennis kommt auch ohne Federer und Nadal aus“

Auch Novak Djokovic stellt Quinzi unter Generalverdacht. „Wenn du Spieler wie ihn siehst, die nach einem langen 5-Satz-Match vom Platz laufen und am nächsten Tag gleich noch so ein Spiel mit gleicher Intensität spielen siehst, ist es schwierig, nicht schlecht zu denken.“ Der Serbe spielte im vergangenen Jahr im Halbfinale der Australian Open gegen Andy Murray fünf Sätze in fast fünf Stunden und das Finale Final gegen Rafael Nadal dauerte sogar 5:53 Stunden und endete erst um 1.37 Uhr Ortszeit. Das längste Match aller Zeiten in Melbourne. „Wenn du siehst, wie schnell sich Spieler wie Djokovic erholen, fängst du an, dir Fragen zu stellen. Wie soll das funktionieren“, fragt sich Quinzi. „Alle sollten gleich behandelt werden. Wenn einer auffliegt, dann ist es eben so. Tennis kommt auch ohne Federer und Nadal aus.“

Nur ein Großmaul?

Quinzi, in der Weltrangliste derzeit auf Position 384, bestreitet momentan vor allem Future- und Challenger-Turniere und trainiert nach eigenen Angaben selber sieben Stunden täglich. Bei seinen Tennis-Kollegen dürfte er sich mit seinen Aussagen keine Freunde gemacht haben.

Symbolfoto: flashpics – Fotolia.com

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