Griechischer König, der „neue“ Davis Cup & ein Weltrekord

Es war ein äußerst emotionales, spannendes und vieldiskutiertes Ende der Tennissaison 2019. Bei den ATP Finals in London mussten sich viele Tennisfans vor den beiden Halbfinals ordentlich die Augen reiben. Denn weder Rafael Nadal, noch Novak Djokovic waren im Rennen um den inoffiziellen WM-Titel noch dabei – dafür drei aus dem deutschsprachigen Raum.

Tsitsipas – der große Held
Während Roger Federer die Fahne der Oldies hoch hielt, standen neben Dominic Thiem vor allem die „jungen Wilden“ im Focus. Der erst 22-jährige Vorjahressieger Alexander Zverev und der sogar ein Jahr jüngere Stefanos Tsitsipas waren plötzlich die Titelkandidaten Nummer eins. Und tatsächlich gelang dem Griechen der ganz große Coup. Tsitsipas, der 2016 etwa noch im Finale des ITF-Future-Turniers im knapp 5000 Einwohner-Dörfchen Kramsach am Eingang des Tiroler Zillertals gegen den Deutschen Yannick Hanfmann chanenlos war, siegte im Final-Thriller gegen Thiem und durfte sich nur ein Jahr nach seinem Sieg bei der Premiere der U21-WM, den Next-Gen-Finals in Mailand, „König von London“ nennen. Spannend bleibt allerdings die Frage, ob dies nun tatsächlich die Wachablösung im Herren-Tennis war und die „Big 3“ auch bei den Grand-Slam-Turnieren klein beigeben müssen. Schließlich prophezeiten den Generationenwechsel viele auch bereits nach dem Triumph von Zverev im Jahr 2018.

Ein Versprechen für die Zukunft
Apropos Next-Gen-Finals: Auch dort zeigte ein ganz junges Talent, dass einem auch nach der Ära von Nadal, Djokovic und Federer nicht Bange sein muss. Der 18-jährige Jannik Sinner krönte eine traumhafte Saison und holte sich überraschend den Sieg. Der Südtiroler startete als Nummer 551 ins Tennisjahr und steht mittlerweile schon auf Platz 78 im Ranking. Seinen Namen sollte man sich auf jeden Fall merken.

Spanien holte sechsten Titel im Davis Cup
Wenige Tage nach den Saisonabschluss-Turnieren machten dann Bilder vom Davis Cup aus Madrid mit leeren Rängen in sozialen Medien die Runde und sorgte für jede Menge Spott. Dass Rafael Nadal Spanien zum insgesamt sechsten Titel im traditionsreichen Mannschafts-Wettbewerb führte, interessierte wohl auch aufgrund der umstrittenen Revolutionierung kaum jemanden.

Zuschauerrekorde purzelten
Dass zumindest nicht die Begeisterung am Tennis an den leeren Rängen von Madrid schuld ist, zeigte ausgerechnet ein Showkampf. In der Stierkampfarena „Plaza de Toros“ in Mexiko City verfolgten sage und schreibe 42.517 Zuschauer das Spiel zwischen Roger Federer und Alexander Zverev live im Stadion – so viele waren zuvor noch nie bei einem Tennismatch. Und der Tennis-Boom zeigte sich auch bei den Turnieren auf der Herren-Tour. Noch nie zuvor strömten so viele Menschen zu den Partien wie 2019. Insgesamt durfte sich die ATP bei den insgesamt 63 Turnieren über 4,82 Millionen Zuschauer freuen – damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2017 (4,57 Millionen) deutlich überboten.

Foto: Samuel Thurner

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Du kannst diese Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>