Heimische Turnierserien statt Grand-Slam-Spektakel

Erst die Absagen in Indian Wells und Miami, dann der Grand-Slam-Schock hinsichtlich der French Open in Paris und die Hiobsbotschaft, dass die ATP- und WTA-Tour zumindest einige Monate pausieren wird. Das gefährliche Coronavirus hat natürlich auch vor dem Tenniszirkus nicht halt gemacht und diesen lahm gelegt. Bis mindestens 31. Juli werden weder die Herren, noch die Damen um Weltranglisten-Punkte kämpfen. Und ob in dieser Saison überhaupt noch ein Turnier stattfinden wird – egal ob vor Publikum oder vor leeren Rängen – steht derzeit in den Sternen.

Der goldene Sandplatz-Herbst?
Auch der Sandplatz-Klassiker in Kitzbühel, der ab dem 27. Juli beginnen hätte sollen, fällt damit vorerst ins Wasser – mit der Betonung auf „vorerst“. Denn Turnierdirektor Alexander Antonitsch hofft, dass das Event im September über die Bühne gehen kann. „Dann würden wir in Kitzbühel vielleicht sogar einen europäischen Sandplatz-Herbst einläuten“, hofft der ehemalige Davis-Cup-Spieler. Denn das wichtigste Signal im Moment sei, dass das Turnier verschoben und nicht abgesagt wurde.

Hoffen auf begrenzte Zuschauerzahl
„Sollte – wie angekündigt – im September eine begrenzte Zuschauerzahl zugelassen werden und eine Reduktion beim Preisgeld stattfinden, würden wir nochmals mit einem blauen Auge davonkommen. Ohne Publikum wäre das Auge schon dunkelblau, aber nicht zu spielen, wäre für uns das Worst-Case-Szenario“, heißt es aus der Gamsstadt, wo schon über ein limitiertes Online-Karten-Kontingent nachgedacht wird.

Federer begeistert in sozialen Netzwerken
Lange Zeit konnten die Profis teilweise aufgrund gesperrter Tennishallen und verschlossener Clubanlagen nicht einmal trainieren. Selbst Roger Federer blieb nichts anderes übrig, als seine Fans über die sozialen Medien zu begeistern. Und die waren besonders von einem 22 Sekunden langen Clip begeistert. 5,2 Millionen Mal wurde das kurze Video, das den „Maestro“ im Schneetreiben bei einigen Trickschlägen auf eine Tenniswand zeigt, auf Twitter angeklickt. Fast 230.000 Betrachter hinterließen ein Herzchen. Und auch die Volley-Challenge des 20-fachen Grand-Slam-Champions ging viral und ließ einige Sportstars sowie Prominente abseits des Tennis zum Schläger greifen.

„Es wird noch sehr lange dauern“
Doch die Ungewissheit, wann und ob in diesem Jahr überhaupt noch einmal Turniere gespielt werden, nagt auch an den Stars der Tennisszene. Dominik Thiem macht sich angesichts der Coronavirus-Pandemie keine Illusionen. „Bis ich meinen Beruf wieder ausüben kann und der Turnier-Alltag wieder losgeht, wird es noch sehr, sehr lange dauern“, meinte der Weltranglisten-Dritte etwa am Ostersonntag in einem Interview mit dem ORF. „Denn im Tennis ist so viel reisen nötig, und die Spieler kommen aus so vielen Ländern.“

Thiem auch bei „Adria-Tour“ des Djokers dabei
Bis Österreichs Nummer eins und seine Berufskollegen die Tennisfans auf der ganzen Welt mit Spitzentennis begeistern, hält sich der 26-Jährige bei der ab Montag beginnenden heimischen Generali Pro Serie in der Südstadt nahe Wien in Schuss. Und auch bei der von Novak Djokovic ins Leben gerufenen „Adria-Tour“, soll Thiem aufschlagen. Die Veranstaltung, dessen Einnahmen für karitative Zwecke gespendet werden sollen, beginnt am 13. und 14. Juni in Belgrad. Zudem wird in Zadar in Kroatien, in Montenergro und in Banja Luka gespielt.

Foto: GEPA pictures/ Matthias Hauer

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