Historischer Triumph für Osaka nach Eklat um Williams

Es war vielleicht eines der besten, aber mit Sicherheit eines der emotionalsten Grand-Slam-Endspiele der Tennisgeschichte. Das Generationen-Duell zwischen Superstar Serena Williams und Youngster Naomi Osaka im Finale der US Open wird man so schnell nicht vergessen.

Japanerin souverän wie ein alter Hase

Wer glaubte, dass die 20-jährige Japanerin in ihrem ersten Major-Endspiel aufgrund ihrer Nervosität untergehen wird, der wurde bereits zu Beginn des Matches eines Besseren belehrt. Osaka wirkte ähnlich souverän wie in den Matches zuvor und lieferte ihrem Idol einen großartigen Schlagabtausch. Überraschend für viele: Eher Serena Williams war diejenige, die in einigen Phasen zu ungeduldig war. Schnell zog die Tochter einer Japanerin und eines Haitianers mit gleich zwei Breaks davon, wehrte – wie schon im Halbfinale gegen Madison Keys – alle Breakbälle ab und holte sich den ersten Satz souverän mit 6:2.

Grandioser Schlagabtausch in Satz zwei

In Durchgang zwei packte die 23-fache Grand-Slam-Siegerin plötzlich ihr bestes Tennis aus. Doch die junge Frau aus dem Land der aufgehenden Sonne hielt gut dagegen. Zwar schaffte die US-Amerikanerin ein Break, doch Osaka schlug umgehend zurück.

Game-Verlust nach dritter Verwarnung

Dann wurde es emotional! Erst kassierte Williams wegen unerlaubtem Coaching eine Verwarnung (Coach Patrick Mouratoglou gab nach dem Match zu, tatsächlich gecoacht zu haben), dann zertrümmerte sie ihren Schläger und bekam daraufhin einen Punkt abgezogen. Dies brachte die „Super-Mami“ vollkommen auf die Palme. „Es war kein unerlaubtes Coaching. Ich betrüge nicht. Ich bin eine Mutter“, schrie Williams den Stuhlschiedsrichter an und war kaum zu beruhigen. Beim nächsten Seitenwechsel sorgte die Nummer 26 der Welt dann für einen Eklat. Sie beschimpft den Unparteiischen als Lügner, kassierte deshalb die dritte Verwarnung und verlor damit ein ganzes Game. Während die 24.000 Fans das Arthur-Ashe-Stadion in ein Tollhaus verwandelten und nicht mehr einzukriegen waren, brach Williams in Tränen aus.

Youngster behielt die Nerven

Osaka blieb cool. Sie ließ sich von der brennenden Atmosphäre nicht aus der Ruhe bringen. Williams brachte zwar ihr Aufschlagspiel zum 4:5 durch, doch die Japanerin behielt die Nerven. Sie verwandelte nach einer Stunde und 19 Minuten ihren zweiten Matchball mit einem Service-Winner und schrieb damit japanische Tennis-Geschichte.

Buh-Rufe und viele Tränen

Williams nahm die weinende Osaka am Netz in die Arme und gratulierte ihr sportlich zum Sieg. Nicht ganz so fair präsentierte sich das New Yorker Publikum. Bei der Siegerehrung gab es laute Buh-Rufe und erst als die abermals den Tränen sehr nahe stehende Williams zum Mikrofon griff und die Menschen beruhigte, gab es doch noch Applaus für die Premieren-Siegerin. Doch Osaka wirkte mit ihrem ersten Titelgewinn bei einem Grand-Slam-Turnier fast etwas überfordert …

Foto: instagram/Naomi Osaka (Screenshot)

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