Hitzkopf Fognini schießt sich selbst aus dem Turnier

KITZBUEHEL,AUSTRIA,06.AUG.15 - TENNIS - ATP World Tour, Generali Open. Image shows the disappointment of Fabio Fognini (ITA). Photo: GEPA pictures/ Hans Osterauer

Man kann ihn mögen oder auch nicht. Doch eines ist gewiss: Die ATP-Tour braucht Typen wie Fabio Fognini. Umso bedauerlicher ist es, dass das ATP Turnier in Kitzbühel seit Donnerstag um eine Attraktion ärmer ist. Das italienische „Enfant terrible“, der in seiner Karriere aufgrund seines südländischen Temperamentes schon Strafen in fünfstelliger Höhe zahlen musste und immer wieder negative Schlagzeilen macht, wie etwa im Vorjahr in Shanghai, wo er nach einer Erstrunden-Niederlage den Zuschauern den Stinkefinger zeigte, wurde beim Generali Open seinem Ruf im Spiel gegen den Deutschen Philipp Kohlschreiber gerecht. Ein Auftritt, der wieder einmal zwischen Genie und Wahnsinn einzustufen ist.

Mit Wutausbrüchen selbst aus dem Konzept gebracht

Der erste Satz startete gleich mit drei Breaks. Dann schien Fognini seinen Gegenüber im Griff zu haben. Bei 5:4 und 40:15 hatte der italienische Frauenschwarm zwei Satzbälle, konnte aber keinen nutzen und kassierte das Rebreak. Ein Ball, den Kohlschreiber nach einem Out-Ruf direkt auf Fognini retournierte, ließ den Heißsporn erstmals warm laufen. Fognini begann – wie man ihn kennt – zu fluchen und mit Kraftausdrücken nur so umsich zu schmeißen. Nach einem knappen Aus-Ball und Pech mit der Netzkante drehte der südländische Hitzkopf dann komplett durch. Erst hämmerte er seinen Schläger auf den Boden, dann feuerte er einen Ball über den zweiten Rang aus dem Casino-Stadion. Durch die Wutausbrüche brachte sich Fognini allerdings selbst aus dem Konzept. Im Tiebreak schaffte er keinen einzigen Punkt und musst Satz eins damit unerwartet abgeben.

Italiener kämpfte sich noch einmal heran

Plötzlich ging es ziemlich flott. Noch immer verärgert über den Satzverlust, kassierte Fognini in Durchgang zwei gleich zwei Breaks und lag rasch mit 0:4 in Rückstand. Er schaffte zwar ein Rebreak, musste sich schlussendlich aber mit 7:6 (0) und 6:4 geschlagen geben.

Auf den Spuren von Willi Bungert

„Es gab schon enge Matches dieses Jahr im Viertelfinale, wo ich gescheitert bin. Deswegen war das ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, meinte der überglückliche Kohlschreiber nach dem Match. Der Wahl-Kitzbühler könnte nach Wimbledon-Finalist Willi Bungert im Jahr 1966 erstmal den Sieg nach Deutschland holen. Dass er in Kitzbühel gutes Tennis zeigen kann, bewies der Bayer bereits 2012, als er ins Finale einzog, dort aber knapp gegen den Holländer Robin Haase den kürzeren zog. „Ich mag dieses Turnier und bin froh, dass ich im Halbfinale stehe.“

KITZBUEHEL,AUSTRIA,06.AUG.15 - TENNIS - ATP World Tour, Generali Open. Image shows Philipp Kohlschreiber (GER). Photo: GEPA pictures/ Hans Osterauer

Foto: GEPA pictures / Generali Open

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