In ganz Kitzbühel grassiert das Thiem-Fieber

6000 begeisterte Zuschauer am pickepackevollen Centre Court. Und mehrere Hundert vor den extra aufgestellten Videoleinwänden auf der Anlage: Erstmals in der Geschichte fand bei den Generali Open in Kitzbühel ein Match bei Flutlicht statt und man merkte schnell, dass im Ski-Mekka längst das Tennis-Fieber ausgebrochen ist. Bereits Mittwoch Mittag gab es kein Ticket mehr – nicht nur für den einen Tag, sondern für die ganze restliche Woche.

„Kicken mit Arnautovic war Schwachsinn“
Der Grund für die Filzkugel-Euphorie hat einen Namen: Dominic Thiem! Die Nummer vier der Welt elektrisiert in der Gamsstadt die Massen. Überall wo der Niederösterreicher auftritt, ist kaum ein Durchkommen – egal ob beim Training auf einem Nebenplatz, nach Pressekonferenzen oder bei Spielen, bei denen es sich „Domi“ auf den Zuschauerrängen bequem macht. Kein Wunder also, dass das Team-Thiem, die öffentlichen Auftritte des Superstars zurückgeschraubt hat. „Kicken mit Arnautovic im Vorjahr war Schwachsinn“, wird Papa Wolfgang in einem Zeitungsinterview zitiert.

Auch Familie bekommt Hype zu spüren
Doch überall wo Thiem „draufsteht“, bilden sich Menschentrauben. Während der Papa Interviews geben muss und Mama Karin um Selfies gebeten wird, bekommt auch Bruder Moritz eine ordentliche Portion vom Hype rund um sein großes Vorbildes ab. Dies zeigte sich schon am Dienstag am Court „Küchenmeister“. Der zweitgrößte Platz der Anlage platzte beim Auftritt von Moritz Thiem und Nicolas Massu, Coach von Dominic, aus allen Nähten. Wer nicht rechtzeitig Platz nahm, hatte keine Chance, den beiden auf die Fuße zu schauen. Dass das kuriose Duo in nur einer Stunde mit 3:6 und 2:6 gegen Hugo Dellien und David Vega Hernandez sang und klanglos unterging, interessierte nur die wenigen.

Tolle Stimmung, atemberaubendes Tempo
Alle Dämme brachen dann aber, als Dominic bei seinem Auftaktmatch gegen Landsmann Sebastian Ofner aufschlug. Nicht nur Papa Thiem, der kurioserweise auch der Trainer vom Gegner seines Sohnes ist, hatte wohl Gänsehaut. Stars aus anderen Sportarten wie Skispringer Stefan Kraft, ÖSV-Abfahrer Otmar Striedinger oder Alpin-Legende Karl Schranz staunten über das Tempo der beiden „Gladiatoren“ und über die heiße Atmosphäre. Der Favorit siegte souverän mit 6:3, 6:2, holte sich seinen ersten Kitz-Triumph seit 2015 und wird die Tennisfans in Kitzbühel bei hoffentlich noch mindestens drei unvergessliche Matches in Ekstase versetzen …

Fotos: GEPA pictures (3), Samuel Thurner (1)

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