Irre! Beide Weltranglisten-Ersten in Australian draußen

Der Sonntag war nicht der Tag der Weltranglisten-Ersten bei den Australian Open in Melbourne. Denn sowohl bei den Herren Andy Murray, als auch bei den Damen Angelique Kerber müssen völlig überraschend bereits nach dem Achtelfinale die Koffer packen.

Mit Serve-and-Volley zum Erfolg

Nachdem der erst 19-jährige Sascha Zverev am Samstag die Sensation gegen Rafael Nadal nur knapp verpasste, überraschte nun sein älterer Bruder Mischa die Fans und Experten in Down Under. Mit unermüdlichem Serve-and-Volley brachte der Deutsche Murray zur Verzweiflung und siegte am Ende 7:5, 5:7, 6:2 und 6:4. „Ich weiß gar nicht, wie ich das gemacht habe. Aber ich hatte von Beginn an das Gefühl, dass heute etwas geht“, strahlte die Nummer 50 der Welt über beide Ohren. Inspiration erhielt Mischa vom kleinen Bruder. „Er inspiriert mich jeden Tag. Ohne ihn wäre ich heute nicht so gut.“ Und auch der Schotte streute seinem Kontrahenten Rosen. „Es war bemerkenswert, wie gut er am Netz war und wie gut er vor allem in kritischen Situationen serviert hat. Er hat sich den Sieg wahrlich verdient.“

Beide Topgesetzte bereits ausgeschieden

Mit der Niederlage von Murray hat der „Happy Slam“ in der ersten Woche, nach der Niederlage von Novak Djokovic gegen den Usbeken Denis Istomin, sowohl die Nummer eins, als auch die Nummer zwei verloren. Erstmals seit 13 Jahren – 2004 in Paris – müssen die beiden Topgesetzten vor der zweiten Runde eines Grand Slam Turniers nach Hause fahren.

Federer triumphierte in Fünf-Satz-Krimi

Zverev trifft nun im Viertelfinale auf niemand geringeren als auf Roger Federer. Dabei startete der Schweizer gegen Kei Nishikori schlecht in die Partie, lag rasch mit 0:4 und 1:5 zurück. Doch der 17-fache Grand-Slam-Champion kämpfte sich ins Match und rettete sich ins Tiebreak. Der „Maestro“ musste Satz eins zwar an den Japaner abgeben, Federer war aber längst in der Begegnung drinnen und wurde immer stärker. Der Eidgenosse holte sich Satz zwei und drei mit 6:4 und 6:1. Das Match schien entschieden. Wohl keiner rechnete noch mit Nishikori. Doch der „Samurai“ nutzt eine Mini-Schwächephase seines Gegners aus und krallte sich Satz vier mit 6:4. Der Entscheidungssatz musste her und das Match wurde zum Nervenkrimi. Mit besserem Ende für Federer! Der Schweizer war einfach fitter, als sein acht Jahre jüngerer Kontrahent und verwandelte nach drei Stunden und 23 Minuten den Matchball zum 6:3. „Jetzt bin ich in der Winner-Mentalität drin und will mehr“, strotzte Federer nach dem Sieg mit Selbstvertrauen.

Verliert Kerber nun auch Platz eins in der Weltrangliste?

Neben Andy Murray verabschiedete sich wenige Stunden später auch Titelverteidigerin Angelique Kerber vom ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres. In nur 68 Minuten verliert die schlapp wirkende Deutsche gegen US-Girl Coco Vandeweghe klar mit 2:6 und 3:6. In den vergangenen zehn Jahren verlor keine Titelverteidigerin so früh wie Kerber. Sollte Serena Williams nun das Turnier gewinnen, würde die US-Amerikanerin die Deutsche wieder vom Thron der Weltrangliste stoßen.

Foto: Samuel Thurner

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Du kannst diese Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>