Irres Match! Thiem bezwingt nach Federer auch Djokovic

Drama Baby, Drama! All jene, die das Match zwischen Dominic Thiem und Novak Djokovic bei den ATP Finals in London nicht gesehen haben, haben wahrlich etwas verpasst. In einem großartigen und an Dramatik kaum zu überbietenden Match lieferten sich der Serbe, der zum Auftakt Matteo Berrettini vom Platz fegte, und der Österreicher, der gegen Roger Federer triumphierte, von der ersten Minuten an einen irren Fight.

Serbe holte Satz eins im Tiebreak
Drei Jahre nach dem ersten Aufeinandertreffen der beiden „Gladiatoren“ an selber Stelle brachten der Weltranglisten-Zweite und die Nummer fünf im Ranking die knapp 17.000 Zuschauer in der O2-Arena bereits in Durchgang eins in Ekstase. Der Satz musste im Tiebreak entschieden werden – mit dem besseren Ende für den „Djoker“.

Break zu Beginn von Satz zwei
Offenbar mit den Gedanken noch beim gerade gewonnenen ersten Satz, legte der Serbe in Durchgang zwei einen Fehlstart hin. Thiem gelang gleich zu Beginn das Break, das er bis zum Ende nicht mehr hergab. Zahlreiche Winner und druckvolles Spiel vom Niederösterreicher brachten Djokovic immer wieder zum Verzweifeln.

Am Ende gab es Dramatik pur
Satz drei war dann an Dramatik kaum mehr zu überbieten. Erst schien der Schützling von Nicolas Massu den Schwung aus dem zweiten Satz mitgenommen zu haben, führte mit Break. Doch plötzlich fehlten Djokovic nach Re-Break beim Stand von 5:4 nur mehr zwei Punkte zum Sieg. Österreichs Nummer eins setzte eine Vorhand an die Außenkante der Linie und schaffte den Ausgleich. Im Game danach nahm Thiem „Nole“ den Aufschlag ab und servierte aufs Match. Doch wie so oft, wenn es ums Ausservieren geht, flatterten die Nerven. Der Lichtenwörther gab seinen Aufschlag ab, Djokovic rettete sich ins zweite Tiebreak des Abends. Und darin sah die ehemalige Nummer eins der Welt auf einmal wieder wie der Sieger aus. Nach zwei Volley-Patzern und einem Doppelfehler führte der 16-fache Grand-Slam-Sieger bereits mit zwei Mini-Breaks. Doch Thiem schlug zurück und hatte plötzlich zwei Matchbälle. Der Aufschlag der rot-weiß-rote Nummer eins war für Djokovic nicht zu erreichen – doch wie das Hawk-Eye zeigte, war der Ball einen, vielleicht zwei Millimeter im Aus. Dann schaffte der Serbe den Punkt zum 5:6. Doch seinen Vorteil als Aufschläger konnte der ehemalige Schützling von Boris Becker nicht nützen. Nach zwei Stunden und 47 Minuten ließ sich Thiem zu Boden fallen und jubelte über den 6:7 (5), 6:3, 7-6 (5)-Triumph.

Als erster Österreicher im Halbfinale
Bereits vor dem abschließenden letzten Match in der Gruppenphase gegen Berrettini, der auch sein zweites Match in London gegen Federer verlor, steht Thiem als erster Österreicher überhaupt bereits fix im Halbfinale der ATP Finals. Aber mit einer solchen Leistung ist dem 26-Jährigen in London noch viel zuzutrauen. Im zweiten Duell des Tages duellieren sich am Donnerstag Djokovic und Federer um den zweiten Platz für die Vorschlussrunde.

Foto: Samuel Thurner

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