Kei Nishikori fegt Dominic Thiem in Wien aus der Halle

9200 Zuschauer wollte in der ausverkauften Wiener Stadthalle am österreichischen Nationalfeiertag Dominic Thiem jubeln sehen. Doch zu feiern gab es für die rot-weiß-roten Tennisfans nichts – im Gegenteil! Ihr Liebling kam nämlich gegen den entfesselt aufspielenden Kei Nishikori völlig unter die Räder. Der Japaner gewann das Viertelfinale der mit 2.788.570 Euro dotierten Erste Bank Open in nur einer Stunde und acht Minuten glatt mit 3:6, 1:6.

Japaner legte los wie die Feuerwehr

Nishikori legte einen Blitzstart hin und führte dank zweier Breaks schnell mit 5:0. Danach kam der in der Anfangsphase ein wenig nervös wirkende Thiem besser ins Spiel, nahm seinem Gegner ebenfalls einmal das Service ab und verkürzte auf 3:5. Bei diesem Spielstand vergab der Österreicher drei Breakbälle in Serie und damit wohl auch die Chance, wieder ins Match zurückzukommen. So holte sich Nishikori nicht nur Satz eins, sondern war auch im zweiten Durchgang der dominierende Mann auf dem Platz, der den Sieg in souveräner Manier nach Hause spielte.

„Ein Spielertyp, der mir weh tun kann“

„Er hat das ganze Match über richtig stark gespielt, während bei mir ein paar Sachen nicht so gut funktioniert haben, die für mein Spiel wichtig sind. Ich habe nur 26 Prozent der Punkte bei meinem zweiten Aufschlag gemacht. Return und Aufschlag haben nicht funktioniert, und dann kommt eben so ein Spiel zustande. Es wäre im ersten Satz noch einmal eng geworden, wenn ich das zweite Break mache. Aber er ist ein Spielertyp, der mir sehr weh tun kann, vor allem in der Halle, weil er den Ball sehr früh nimmt. Bei mir werden hingegen einige Waffen entschärft, weil der Ball nicht so hoch aufspringt. Ich bin nie richtig in die Ballwechsel gekommen, weil ich zu schlecht retourniert habe“, sprach Thiem die Unterschiede zwischen ihm und Nishikori offen an.

„Für mich ist so eine Klatsche bitter“

„Aber es gibt Tage, an denen andere Spieler besser sind und da gehört Nishikori in guter Form einfach dazu. Heute war er einfach besser, das muss ich akzeptieren. Für mich ist so eine Klatsche bitter, weil mich alle Leute siegen sehen wollen. Das merke ich natürlich auch, aber das wirkt sich nicht auf mein Spiel aus. Ich sollte eigentlich von der Grundlinie gut genug spielen, um mit dem Gegner gleichauf zu sein, aber das war heute nicht der Fall“, ergänzte der Weltranglisten-Siebente.

Nun wartet Qualifikant Kukushkin

Kei Nishikori lieferte nach seinem überzeugenden Achtelfinalerfolg gegen den Russen Karen Khachanov die nächste Glanzvorstellung ab und war dementsprechend zufrieden: „Das war sicher eines der besten Spiele der letzten Monate, bis auf ein oder zwei Games im ersten Satz, wo ich einige unerzwungene Fehler gemacht habe und er beinahe wieder ins Spiel zurückgekommen wäre. Aber danach habe ich wieder sehr solide gespielt. Natürlich war ich überrascht, wie schnell es gegangen ist. Vielleicht war Domi heute nicht in bester Form. Er hat einige Fehler gemacht und mir auch einige Doppelfehler geschenkt. Das hat es mir natürlich leichter gemacht“, bilanzierte Nishikori, der im Semifinale nun auf Mikhail Kukushkin trifft. Der Qualifikant aus Kasachstan setzte sich in einem 3:19 Stunden dauernden Marathonmatch gegen den Ungarn Marton Fucsovics mit 4:6, 7:6 (2), 7:6 (4) durch.

Foto: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Christian Hofer

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