Kerber schreibt in Australien deutsches Tennis-Märchen

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Man muss als deutscher Tennisfan wahrlich kein Pessimist sein um geglaubt zu haben, dass Angelique Kerber in ihrem ersten Grand-Slam-Finale von Branchenprima Serena Williams eine Lehrstunde verpasst bekommt. Doch das Endspiel der Australian Open bewies einmal mehr, was mit Kampf und Willenskraft alles möglich ist.

Williams wirkte zu Beginn nervös

Kerber begann sehr fokussiert, kämpfte um jeden Ball und spielte unglaubliche Winkel. Immer wieder zog die Deutsche damit ihrer Gegnerin den Nerv. Anstatt der Debütantin wirkte Williams angespannt und produzierte immer wieder unerzwungene Fehler.

Deutsche gewann Satz eins nach 39 Minuten

Um 10.23 Uhr mussten viele Tennisfans in Deutschland sich wohl erstmals kneifen und sich fragen, ob sie noch träumen. Ihre Landsfrau hat nämlich gerade nach 39 Minuten Spielzeit den ersten Durchgang gewonnen. Und nun wurde auch dem allerletzten der 15.000 Zuschauer in der Arthur-Ashe-Arena klar, dass eine echte Sensation in der Luft liegt.

Branchenprima kämpfte sich ins Spiel

Doch Serena Williams gab das Match natürlich nicht kampflos ab. Das US-Girl wurde immer sicherer und spielte im zweiten Durchgang ihr bestes Tennis. Die Weltranglisten-Erste holte sich Satz zwei mit 6:3. Der dritte Satz musste also die Entscheidung bringen.

Erster Major-Titel seit 17 Jahren

Und wer glaubte, dass „Angie“ aufgrund des Satzverlustes einen Dämpfer erlitten hatte, wurde gleich eines bessern belehrt. Kerber holte sich gleich ein Break, musste aber postwendend das Rebreak hinnehmen. Eine kleine Vorentscheidung fiel dann bei 3:2 aus Sicht von Kerber. Der Kielerin gelang nach langem hin und her das erneute Break. Im folgenden Game als Rückschlägerin fehlten der Norddeutschen nur zwei Punkte zum Sieg. Und auch bei eigenem Service hatte Kerber Chancen das Spiel zu beenden, doch wieder musste sie ihr Aufschlagspiel bei 5:3 abgeben. Um 11.52 Uhr war es dann aber soweit. Williams schlägt einen Vorhand-Volley ins Aus, Kerber verwandelt ihren ersten Matchball und lässt sich auf den Rücken fallen. Die ersten Freudentränen kullern über die Wangen der Deutschen. Erstmals seit Steffi Graf 1999 bei den French Open holte mit Kerber wieder eine Deutsche einen Major-Titel und beendete damit eine fast 17 Jahre lange Durststrecke.

Williams verpasste 22 Grand-Slam-Erfolg

Kerber rettete mit ihrem Sieg auch vorerst ihrem Idol Steffi Graf den alleinigen zweiten Platz mit 22 Grand-Slam-Siegen hinter Margaret Court (24). Dabei stand Kerber bereits in ihrem Erst-Runden-Match gegen die Japanerin Misaki Doi vor dem Aus. „Ich war schon mit einem Bein im Flugzeug nach Deutschland, dass ich jetzt hier stehen darf, ist einfach unglaublich. Es ist einfach unglaublich, das ist der Traum meines Lebens, der in Erfüllung geht“, strahlte die frischgebackene Grand-Slam-Siegerin über beide Ohren.

Heiratsantrag von Fed-Cup-Freundin

Auf den sozialen Netzwerken löste Kerber wahre Jubelstürme aus. Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic schrieb kurzerhand sogar: „Angelique, ich möchte dich heiraten!“ Und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ es sich nicht nehmen, Kerber zu gratulieren.

Wettschulden sind Ehrenschulden

Bevor Kerber von Position zwei in der Weltrangliste lacht, musste sie nach einer durchzechten Nacht aber noch das ein oder andere Versprechen einlösen. Sonntag Früh um 8.30 Uhr Ortszeit sprang sie wie einst Jim Courier in den verdreckten Yarra-River. Doch auch das Team von Kerber muss noch einige Wettschulden einlösen. Coach Torben Beltz muss mit seinem Schützling einen Fallschirmsprung aus einem Flugzeug wagen. „Diese Wette haben wir schon vor Jahren gemacht. Damals haben wir ausgemacht, wenn ich einmal eine Grand-Slam-Siegerin bin, dann…“, erklärte die deutsche Nummer eins. Zudem bekommt ihr Physio Simon Iden ein weiteres Tattoo verpasst und das gesamte Betreuerteam wird einen Tanzkurs absolvieren.

Foto: facebook/Kerber (Screenshot)

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