„King“ Roger gewinnt Match für Afrika gegen „Sir“ Andy

Es ist bisher eine grandiose Saison. Bei den Australian Open in Melbourne gewann Roger Federer seinen 18. (!) Grand-Slam-Titel, danach holte sich der Schweizer die Titel bei den Millionen-Turnieren in Indian Wells sowie Miami und schaffte somit seinen zweiten „Super-Hattrick“ nach 2006. Nach seinem Triumph in Florida erklärte der Tennis-Superstar, eine längere Pause machen zu wollen. Auf Sand spielt der Maestro höchstwahrscheinlich nur die French Open in Paris – und könnte sogar die sausen lassen. „Ich brauche Ruhe und Zeit zur Vorbereitung“, so Federer, „mein Körper muss sich erholen.“

Doch ganz so viel Erholung gönnt sich der 18-fache Grand-Slam-Sieger nicht. Im Zürcher Hallenstadion lud Federer am Montag nämlich zu seinem bereits dritten „Match for Africa“. Gemeinsam mit Andy Murray wurde Geld für die „Roger Federer Foundation“ gesammelt, die sich speziell um die Entwicklung von Hilfprojekten für Kinder in Afrika kümmert. Und die Euphorie rund um ihren Nationalhelden war angesichts der letzten Erfolge gigantisch. In kürzester Zeit waren alle Tickets in der mit über 11.000 Zuschauer fassenden größten Halle der Schweiz vergriffen. „Roger luage“ stand also am Programm. Und seine Fans bekamen eine Show der Extraklasse mit tollem Tennis geboten.

Nachdem eine afrikanische Tanzformation auf den Abend einstimmte und afrikanischen Flair verbreitete, standen sich auch schon die beiden Gladiatoren des Abend gegenüber. Und Federer, als auch Murray, der unlängst zum Ritter geschlagen wurde, nahmen das Match mit wenigen Ausnahmen sportlich ernst. Eine Tatsache, die nicht so häufig bei Show-Veranstaltungen beobachtet werden kann.

Federer legte los wie die Feuerwehr: Er holte sich gleich ein Break. Der „Maestro“ donnerte gleich zu Beginn eine Rückhand der Nummer eins der Welt um die Ohren und spielte locker auf. Im Gegensatz zu Murray, dem nach seiner Verletzungspause die fehlende Matchpraxis regelrecht anzusehen war. Vor allem der eigene Aufschlag bereitete dem Schotten in den ersten Minuten extreme Probleme. Doch plötzlich schaffte der „Highlander“ aus dem Nichts das Rebreak. Fast hatte man den Eindruck, dass Gastgeber Federer Mitleid mit seinem Gast hatte und ihn ins Spiel kommen lassen wollte. Vor den Augen von Abfahrts-Weltmeister Beat Feuz, der für den guten Zweck persönlich auch ein Paar Ski vorbeigebracht hatte, holte sich dessen Landsmann dann aber doch Satz eins locker mit 6:3 und demolierte mit einem Topspin-Volley-Knaller sogar eine Werbebande.

Im zweiten Durchgang kam Murray immer besser ins Spiel und zeigte mehrfach seine Defensive-Künste. Je länger das Match dauerte, desto mitreisender wurde der Schlagabtausch. Nachdem Federer sogar einen Satzball abwehrte, musste die Entscheidung im Tiebreak fallen. Und da hatte Federer mit 8:6 schließlich das bessere Ende für sich.

1,4 Millionen Franken gesammelt

Die wahren Gewinner des Abends waren aber Kinder in Afrika. Denn es wurden 1,4 Millionen Franken für die „Roger Federer Foundation“ eingespielt. Und in Seattle steht Ende April bereits „Match for Afrika 4“ am Programm – mit Roger Federer, US-Boy John Isner und Milliardär Bill Gates.

Samuel Thurner aus Zürich

Fotos: Samuel Thurner

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