Kommentar zum Sieg Österreichs im Davis Cup

melzers

Ich möchte nicht altklug klingen, und natürlich kann dies nun jeder sagen: Aber ich habe die Davis Cup Begegnung zwischen Schweden und Österreich Spiel für Spiel (außer dass ich natürlich vermutete, dass Jürgen Melzer das entscheidende Spiel bestreiten wird) genau so vorausgesagt, wie es schlussendlich auch kam. Etwas verwundert war ich jedoch, als diverse Tennisexperten, Medien und Infoplattformen im World Wide Web nach den Niederlagen von Jürgen Melzer gegen Youngster Elias Ymer und jener im Doppel von „Sensation“ und „Mit einem 1:2 vor dem Schlusstag hätten wohl die Wenigsten gerechnet“ ihre Verwunderung zum Ausdruck brachten. Natürlich hätte jeder rot-weiß-rote Tennisfan lieber ein 3:0 nach dem Doppel auf der Anzeigetafel gesehen. Aber Alexander Peya brachte es nach der glatten 4:6, 6:7 und 3:6 Niederlage mit Jürgen Melzer gegen das schwedische Duo Robert Lindstedt und Johan Brunström auf den Punkt: „Das sind ja auch keine Nasenbohrer, die servieren sehr gut.“

Gegen Elias Ymer muss man erst gewinnen

Fakt ist: Nur wer ein bisschen Ahnung vom Tennis hat, brauchte sich am Wochenende nicht die Augen reiben und angespannt die Partien verfolgen. Wie auch schon Günter Bresnik in diversen Interviews vor dem Davis Cup Duell analysierte, ist der erst 18-jähriger Ymer ein wahrer Rohdiament, den man erst schlagen muss. Dies bewies er in diesem Jahr ja auch schon in Melbourne, wo er sich bei den Australian Open für den Hauptbewerb qualifizierte. Das Spiel gegen Jürgen Melzer – der natürlich nicht mehr sein bestes Tennis zeigt und wohl auch mental angeschlagen ist – war mit 6:4, 6:3, 3:6, 2:6 und 6:3 knapp. Und auch im Doppel war die Niederlage der Österreicher vorherzusehen. Peya hat nicht Bruno Soaers an seiner Seite, mit dem er sich blind versteht. Die Schweden hingegen sind ein eingespieltes Doppel und haben auch schon andere Paarungen vom Platz geschossen.

„Wende“, aber keine Sensation

Dass schlussendlich die „Wende“ geschafft wurde und Stefan Koubek als Neo-Teamchef seinen Auftaktsieg bejubeln konnte, lag ebenso auf der Hand. Andreas Haider-Maurer ist derzeit wohl in der Form seines Lebens und wird in den kommenden Wochen und Monaten – wenn er weiterhin so gut spielt – die Weltrangliste nach oben klettern. Der 6:4, 7:6 (6) und 6:3 Sieg gegen Ymer war erneut eine Glanzleistung von AHM, aber längst keine Sensation.

Jürgen Melzer mit „Zitterhändchen“

Ich muss aber zugeben, dass mich die Aufstellung von Gerald Melzer für das Entscheidungsmatch zunächst schon etwas überrascht hat. ABER: Ohne die Leistung von Jürgens Bruder schmälern zu wollen. Gegen Christian Lindell hätten wohl alle vier Österreicher in Örebro gewonnen. Und je länger ich nachdachte, verstand ich auch die Entscheidung von Koubek, die wohl nicht er (ganz alleine) gefällt hat. Jürgen Melzer hatte – um kein anderes Synonym gebrauchen zu müssen – wohl schon nach dem verlorenen Doppel ein „Zitterhändchen“. Gerald konnte trotz seines Debüts im Nationalteam befreit aufspielen und hatte im Gegensatz zu seinem Bruder nichts zu verlieren. Der imposant klare Sieg mit 6:1, 6:1 und 6:3 war natürlich eine nicht unbedingt zu erwartende Machtdemonstration.

Es ist also nochmal gut gegangen. Aber das war mir ja schon vorher klar *gg*

Daheim gegen die Niederlande

Vom 17. bis zum 19. Juli kommt es nun also zum Heimspiel gegen die Niederlande um den Aufstieg ins Weltgruppen-Play-off. Und ich bin überzeugt davon, dass Österreich auch diese Begegnung für sich entscheiden wird. Mit einem hoffentlich weiterhin groß aufspielenden Andreas Haider-Maurer und einem Dominic Thiem, der weniger als einem Monat vor dem Heimturnier in Kitzbühel wohl nicht fehlen wird.

Foto: Samuel Thurner

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