Kommt es zu Thiems Abnabelung von seinem „Tennis-Papa“?

Kritiker haben schon längst eine Trennung von Dominic Thiem und Langzeitcoach Günter Bresnik gefordert. Eine sich anbahnende Abnabelung von Österreichs Nummer eins und seinem „Tennis-Ziehvater“ kommt nach 16 Jahren gemeinsamer Arbeit nun für viele aber doch überraschend.

Spannungen wie in einer Ehe
„Ich kann nicht alles abdecken, will nicht mehr dauernd mitreisen“, wird der mittlerweile 57-Jährige etwa von der „Kronenzeitung“ zitiert. Von einem Streit, wie er gerüchteweise kolportiert wurde, will der Erfolgstrainer aber nichts wissen. „Spannungen gibt es auch in jeder Ehe. Und eine Ehe ohne Spannungen wäre tot.“

Massu weiter als Touringcoach
Doch was steckt genau hinter den Trennungsgerüchten? Fakt ist, dass die Nummer 5 der Welt aktuell von Vater Wolfgang trainiert wird, der bekanntlich seit 1997 im Leistungszentrum von Bresnik arbeitet. Bei den anstehenden Sandplatzturnieren – und das heisst auch bei den French Open in Paris – wird der 25-Jährige, wie schon bei den Millionen-Events in den USA, wohl von Touringcoach Nicolas Massu betreut. Die positive Ausstrahlung und das südländische Temperament tue Thiem gut. Und auch mit seinen 39-Jahren passe der Olympiasieger in Einzel und Doppel 2004 laut Thiems Umfeld besser zum jungen Österreicher. „Wenn sich am Abend dauernd eine Person am Prüfstand glaubt und der andere der Oberlehrer ist, ist das nicht förderlich“, gestand auch Bresnik.

Es herrscht Gesprächsbedarf
Doch wie geht es mit Thiem und Bresnik nun weiter? Ist das die endgültige Trennung des Erfolgsgespanns? „Günter hat aus Dominic einen 700 PS-starken Sportwagen gemacht. Und dieser Sportwagen versucht jetzt seine eigene Linie zu finden“, beschrieb Papa Wolfgang in der Servus TV-Sendung „Sport&Talk“ die aktuelle Entwicklung. Bresnik selbst konnte oder wollte im Interview nicht beantworten, ob er noch Coach seines Langzeitschützlings ist. „Die meisten Dinge sind noch unausgesprochen“, gestand aber der ehemalige Betreuer von Boris Becker und Horst Skoff. Ein klärendes Gespräch soll in den kommenden Wochen Klarheit bringen. „Das Ziel eines Trainers sollte sein, dass man sich unnötig macht“, erklärte Bresnik. „Wenn mir das jetzt gelungen ist, habe ich das Ziel erreicht.“

Wie es mit den beiden weitergeht, bleibt also spannend.

Fotos: Samuel Thurner

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