Leiser Abgang: Bryan-Brüder hängen Racket an den Nagel

„Vor vielen Jahren verließen die Brüder ihr Zuhause und begaben sich auf eine Reise auf einen hohen Berg. Mit den Lehren ihrer Eltern und grenzenloser Leidenschaft bewegten sie sich gemeinsam den Berg hinauf. Ihre Augen waren auf einen Gipfel gerichtet, den sie am fernen Horizont sehen konnten. Sie hievten sich gegenseitig über Felsbrocken, zogen sich gegenseitig an steilen Klippen hoch und hielten sich gegenseitig warm, wenn Stürme über den Berg fegten. Wenn ein Junge müde wurde, pushte ihn der andere stärker und wenn ein Junge Zweifel hatte, machte der andere furchtlos weiter. Sie rutschten oft aus und verletzten sich, liebten aber den Kampf gegen die hartnäckigen Berge. Nach Jahren des Kletterns erreichten die Jungs endlich den Gipfel. Die Aussicht war wunderschön, aber nicht so, wie sie sie erwartet hatten. Sie sahen eine weite, endlos wirkende Landschaft voller noch höherer Gipfel. Ohne zurückzuschauen, gingen sie weiter. Der Weg verschwand teilweise, doch die Jungs setzten ihre Reise auf eigenen Pfaden fort und entdeckten dabei unerforschtes Land, von dem sie nie dachten, dass es existiert. Egal in welche Richtung, sie blieben zusammen, da sie wussten, dass es unmöglich ist, die Reise allein fortzusetzen. Und als ihre Körper sie nicht weitertragen konnten, drehten sie sich um und blickten auf die Welt, die sie bereist hatten. Sie schauten sich an, lächelten stolz und gingen Schulter an Schulter nach Hause, mit einem neu gefundenen inneren Frieden und einer stärkeren Verbindung als je zuvor.“

Außergewöhnliche Karriere
Mit diesem poetischen und emotionalen Text verabschiedeten sich die Bryan-Brothers endgültig vom Tennis-Zirkus. Das erfolgreichste Doppel der Geschichte wollte eigentlich bei den US Open auf großer Tennisbühne zum letzten Mal ihren Jubelsprung zelebrieren, doch auf ein leeres Stadion haben Bob und Mike Bryan keine Lust. Sie beenden mit sofortiger Wirkung ihre außergewöhnliche Karriere. 16 Mal triumphierten die beiden gemeinsam bei einem Grand-Slam-Turnier, holten 39 ATP-Masters-Titel, standen 438 Wochen gemeinsam an der Spitze der Weltrangliste und durften sich bei den Olympischen Spielen in London die Gold-Medaille umhängen. Auf der Tour wird man die beide US-Boys vermissen!

Foto: Samuel Thurner

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Du kannst diese Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>