Medaillentraum in Rio für mehrere Favoriten schon geplatzt

Novak Djokovic US Open Foto: Stefan Ruef

Während der wiedergenesene Rafael Nadal und Titelverteidiger Andy Murray bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro problemlos ihre Auftaktpartien gewinnen konnten, ist für andere Favoriten der Medaillentraum – zumindest in einem Bewerb – bereits wie eine Seifenblase geplatzt.

Del Potro brachte Djokovic zum Weinen

Eine wahre Sensation gab es zum Auftakt der Sommerspiele im Herren-Einzel! Der Argentinier Juan Martin Del Potro, der erst im Sommer nach einer zweieinhalbjährigen Verletzungspause auf die Tour zurückkehrte, warf völlig überraschend in Runde eins Top-Favorit Novak Djokovic aus dem Bewerb. Der ausgelaugt wirkende Serbe, der vor seinem Drittrunden-Aus in Wimbledon gegen Sam Querrey noch als heißer Kandidat für den „Golden Slam“ galt, fand gegen den befreit aufspielenden Außenseiter keine Mittel und verließ nach der 6:7 (4) und 6:7 (2)-Niederlage weinend den mit 10.000 lautstarken Schlachtenbummlern gefüllten Hauptcourt. Und das, obwohl die aktuelle Nummer 145 der Welt wenige Stunden vor dem Match im Olympischen Dorf rund 40 Minuten in einem Aufzug gefangen war. Der 1,98-Meter-Hüne aus Südamerika scheint zumindest bei den Olympischen Spielen der Angstgegner des Weltranglisten-Ersten zu sein. Bereits vor vier Jahren in London schnappte Del Potro Djokovic die Bronzemedaille vor der Nase weg.

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Auch Radwanska und Ivanovic bereits draußen

Auch bei den Damen muss eine, die sich durchaus Chancen auf eine Medaille ausrechnen durfte, die Koffer packen. Agnieszka Radwanska, die im Vorjahr in Singapur die WTA-Finals gewinnen konnte, schied zum Auftakt überraschend gegen die Chinesin Saisai Zheng mit 4:6 und 5:7 aus. Bei den Olympischen Spielen scheint die Polin nie recht in Fahrt zu kommen. Vor vier Jahren verlor sie in der ersten Runde gegen die Deutsche Julia Görges. 2008 in Peking scheiterte sie in Runde zwei an der Italienerin Francesca Schiavone. Und die frischgebackene „Frau Schweinsteiger“ muss ebenfalls nach Hause fahren. Die Serben Ana Ivanovic verlor gegen die stärker eingestufte Spanierin Carla Suarez Navarro mit 6:2, 1:6 und 2:6.

Ana Ivanovic Stuttgart Foto: Samuel Thurner

Kein viertes Olympia-Gold für Williams-Sisters

Bitter endete der Auftakt auch für die Olympiasiegerin von 2000 in Sydney. Venus Williams musste sich in einem wahren Thriller nach drei Stunden und 15 Minuten der Belgierin Kirsten Flipkens mit 6:4, 3:6 und 6:7 (5) geschlagen geben. Dabei führte das US-Girl im Entscheidungssatz bereits mit 5:3 und schlug auf den Matchgewinn auf. Und auch im Doppel ist die von einem Virus gebeutelte Venus bei ihren vermutlich letzten Olympischen Spielen an der Seite von Schwester Serena überraschend bereits ausgeschieden. Die beiden Top-Favoritinnen verloren in Runde eins gegen die tschechische Paarung Lucie Safarova/Barbora Strycova mit 3:6, 4:6 und mussten nach drei Goldmedaillen im Doppel ihre erste gemeinsame Niederlage bei Olympischen Spielen einstecken.

Favoritensterben auch im Herren-Doppel

Und auch im Herren-Doppel gab es bereits ein Favoritensterben. So schieden sowohl die amtierenden Wimbledon-Sieger Pierre-Hugues Herbert/Nicolas Mahut, als auch die Murray-Brüder in der ersten Runden aus. Andy und Bruder Jamie unterlagen knapp dem brasilianischen Duo Andre Sa und Thomaz Bellucci mit 6:7 (6) und 6:7 (14) und konnten im zweiten Durchgang sogar fünf Satzbälle nicht nutzen. Die beiden Franzosen mussten sich hingegen den Kolumbianern Juan Sebastian Cabal und Robert Farah mit 6:7 (4) und 3:6 geschlagen geben. Und auch die zweite französische Paarung ist bereits ausgeschieden. Gael Monfils und Jo-Wilfried Tsonga gingen gegen die US-Boys Rajeev Ram und Brian Baker sang- und klanglos mit 1:6 und 4:6 unter.

Fotos: Samuel Thurner (2), Stefan Ruef (1)

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