Melzer-Brüder scheitern in Australien gleich zum Auftakt

Zum ersten Mal überhaupt standen Jürgen Melzer, der sich durch die Qualifikation biss, und sein jüngerer Bruder Gerald bei den Australian Open in Melbourne gemeinsam im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Doch die beiden Österreicher müssen gleich am ersten Turniertag wieder die Koffer packen – zumindest im Einzel.

Gerald vergibt sogar einen Matchball

Dabei hat Gerald seinen ersten Sieg bei einem Major-Event nur hauchdünn verpasst. Die Nummer 87 der Welt hatte nämlich gegen den erst 17-jährigen Qualifikanten Alex De Minaur bei 5:4 im vierten Satz einen Matchball, doch der Lokalmatador – Nummer 301 im Ranking – wehrte diesen mit einem Service-Winner ab und gewann nach drei Stunden und 42 Minuten mit 5:7, 6:3, 2:6, 7:6 (2), 6:1.

„Minimum eine Klasse besser“

Auch Bruder Jürgen bot seinem Gegner zumindest teilweise einen harten Kampf. Doch auf der anderen Seite des Netzes stand niemand geringerer als der 17-fache Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer. Das Match der beiden 35 Jahre alten Routiniers, die beide zuletzt wegen Verletzungen außer Gefecht waren, war geprägt von Eigenfehlern auf beiden Seiten. Nachdem der Schweizer den ersten Durchgang 7:5 für sich entschied, trumpfte der Niederösterreicher im zweiten Satz mit einer sehr guten Serviceleistung auf und zeigte, dass er auch als Nummer 300 der Welt das Tennisspielen nicht verlernt hat. Melzer nahm dem „Maestro“ Durchgang zwei überraschend mit 6:3 ab – der erste Satzverlust in Runde eins für Federer seit Wimbledon 2010 gegen den Kolumbianer Alejandro Falla. Es sollte aber nur beim einem kurzen Aufflackern bleiben. Denn plötzlich erhöhte der Eidgenosse in der Rod-Laver-Arena den Druck und gewann nach zwei Stunden und fünf Minuten schlussendlich klar mit 7:5, 3:6, 6:2, 6:2. „Ich habe einen sehr, sehr guten zweiten Satz gespielt, aber was er heute serviert hat, war von einem anderen Stern“, streute Melzer seinem Gegenüber Rosen. „Er war schon Minimum eine Klasse besser. Ich habe gut gespielt, aber ich kann es im Moment nicht besser. Er kann halt dann immer noch zulegen, das Macht dann den Unterschied aus.“

Auch in Runde zwei wartet Qualifikant

Federer bekommt es nun auch in der zweiten Runde mit einem Qualifikanten zu tun. „King Roger“ trifft auf den US-Boy Noah Rubin, der wohl nur den eingefleischtesten Tennisfans ein Begriff ist. Jürgen Melzer darf noch im Doppel aufschlagen. Mit Partner Aisam-ul-Haq Quereshi aus Pakistan trifft er auf Freund und Landsmann Alex Peya, der mit dem Kroaten Mate Pavic antritt.

Foto: Samuel Thurner

Noch keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Required
Required
Optional

XHTML: Du kannst diese Elemente nutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>