Nach 49 Jahren: Mit „Kohli“ gewinnt ein Deutscher in Kitz

KITZBUEHEL,AUSTRIA,08.AUG.15 - TENNIS - ATP World Tour, Generali Open, award ceremony. Image shows Philipp Kohlschreiber (GER) with the trophy. Photo: GEPA pictures/ Hans Osterauer

In Kitzbühel hofften die heimischen Tennisfans mit Jungstar Dominic Thiem auf den ersten rot-weiß-roten Sieg seit Thomas Muster im Jahr 1993. Geworden ist es schlussendlich mit Philipp Kohlschreiber der erste deutsche Triumph am Fuße des Hahnenkamms seit Willi Bungert im Jahr 1966.

Start verschlafen – doch plötzlich hellwach

Dabei hat der Wahl-Kitzbüheler den Start im Finale gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu vollkommen verschlafen. Vor rund 5000 Zuschauern war der erste Satz bereits nach einer halben Stunde vorbei. Viele Fehler des Deutschen sorgten dafür, dass der Qualifikant – der schon einmal die Nummer zwölf der Welt war – Durchgang eins mit 6:2 für sich entscheiden konnte. Der zweite Satz begann gleich mit einem Break für Kohlschreiber. Der seit Dezember in der Gamsstadt wohnende Bayer wurde sicherer und diktierte immer mehr die Begegnung. „Kohli“ schaffte den Satzausgleich und war auch im Entscheidungssatz der bessere Spieler. Nach einer Stunden und 41 Minuten durfte der Liebling viele Schwiegermütter über seinen sechsten ATP-Titel jubeln. Der gebürtige Augsburger gewann das Match mit 2:6, 6:2, 6:2 und durfte neben 80.000 Euro Preisgeld auch 250 Punkte für die Weltrangliste einsacken.

Mit dem Rad zum Erfolg

„Der Titel bedeutet mir viel. Ich habe in Österreich sehr viele Freunde durch das Tennis gefunden, deswegen ist es eine ganz besondere Sache“, meinte die deutsche Nummer eins, die tagtäglich mit dem Rad zur Anlage kam. „Ich habe die letzte Zeit immer hart gearbeitet, ein paar enge Dinger verloren, das hat sicherlich wehgetan. Aber ich bin jetzt überglücklich, so geil ist der Sport manchmal.“

Almagro und Berlocq gewinnen Doppel-Konkurenz

Im Doppel durfte sich Einzel-Halbfinalist Nicolas Almagro seinen Frust von der Seele schießen. Der Spanier, der im Match gegen Mathieu einen Ballbuben anbrüllte, die Nerven verlor und ausschied, gewann mit seinem Partner Carlos Berlocq aus Argentinier hauchdünn das Endspiel. Die beiden setzten sich gegen den Niederländer Robin Haase und den Finnen Henri Kontinen mit 5:7, 6:3, 11:9 durch. „Es war ein großartiges Match. Ich denke, wir haben in den wichtigen Momenten wirklich aggressiv gespielt, das war vielleicht der Schlüssel. Wir freuen uns sehr über unseren Sieg hier“, meinte Almagro, der sich auch für seinen Ausraster vom Vortag entschuldigte.

Foto: GEPA pictures / Generali Open

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