Nach Sieg im Krimi von Wien: Ferrer fast fix in London dabei

David Ferrer/ESP gewinnt das Einzelfinale gegen Steve Johnson/USA (Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle); Copyright: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Christian Hofer, 25.10.2015 Honorarfreier Abdruck zur redaktionellen Berichterstattung ueber die Erste Bank Open 2015

Es war ein hartes Stück Arbeit, doch am Ende setzte sich der Favorit durch. David Ferrer triumphierte bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle. Der als Nummer eins gesetzte Spanier besiegte im Endspiel Überraschungsmann Steve Johnson in zwei Stunden und 14 Minuten mit 4:6, 6:4, 7:5 und holte damit mit einem Jahr „Verspätung“ jenen Titel, der für ihn schon vor einem Jahr zum Greifen nah gewesen war. Im Vorjahr servierte Ferrer im Finale gegen den Schotten Andy Murray im dritten Satz beim Stand von 5:3 bereits auf das Match, konnte jedoch nicht den Sack zumachen und verlor noch die Partie. Für die Nummer acht der Welt war es der fünfte ATP-Titel in diesem Jahr nach Doha, Rio de Janeiro, Acapulco und Kuala Lumpur und der insgesamt 26. in seiner Karriere. Die Freude war riesig. Neben dem Siegerscheck in Höhe von 423.000 Euro strahlte der Spanier vor allem über die 500 Punkte für die Weltrangliste, mit denen ihm das Ticket für die am 15. November in London beginnenden ATP World Tour Finals kaum noch zu nehmen ist.

„Kurz an die Finalniederlage im Vorjahr gedacht“

„Es war ein sehr enges Match, das auch Steve gewinnen hätte können. Er hat sehr aggressiv und konstant gespielt und auch gut aufgeschlagen. Bei 6:5 im dritten Satz habe ich kurz an das Finale im Vorjahr gedacht, aber dann war ich gleich wieder fokussiert. Das Leben gibt dir manchmal eine zweite Chance, und die habe ich heute genützt“, sagte Ferrer, der nach dem verwandelten Matchball seiner Freude freien Lauf ließ und jubelnd auf die Knie sank. „Ein Turnier zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes. Wien hat jetzt einen 500er-Status, und es ist immer großartig, große Titel zu holen – noch dazu, wo es mein erster Turniersieg hier in Wien ist“, ergänzte der Spanier.

Überraschungsmann rückt an die Top 30 im Ranking heran

Trotz Finalniederlage verlässt auch Steve Johnson Wien mit erhobenen Hauptes. Der aktuelle Weltranglisten-47. stand in der Wiener Stadthalle nämlich zum ersten Mal in einem ATP-Finale, kassierte 190.800 Euro Preisgeld und wird mit den 300 Zählern an die Top 30 im Ranking heranrücken. „Bei 5:4 im dritten Satz waren Möglichkeiten da. Bei 5:5 hat er dann einige unglaubliche Bälle gespielt, und das war es. Natürlich schmerzt es ein wenig, wenn man so knapp dran ist, aber ich bin trotzdem stolz, wie ich mich in dieser Woche präsentiert habe“, meinte der US-Boy.

Melo dank Doppeltitel bald die Nummer eins der Welt

Der Doppel-Titel ging übrigens an das polnisch-brasilianische Duo Lukasz Kubot und Marcelo Melo, das sich gegen die britisch-australische Paarung Jamie Murray und John Peters knapp mit 4:6, 7:6 (3) und 10:6 im entscheidenden Match-Tiebreak durchsetzte. Dank dieses Erfolges wird Melo Anfang November die Nummer-1-Position in der Doppel-Weltrangliste übernehmen.

Foto: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Christian Hofer

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