Österreich bei ATP Finals noch nicht angekommen

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Dominic Thiem freute sich wie ein kleines Kind auf seine Premiere in der Londoner O2-Arena. Und wer auch nur einmal einen Fuß in diesen Entertainment-Tempel gesetzt hat, weiß auch warum. Neben Weltklasse-Tennis, das von den besten acht Spielern der Saison einfach einmal vorausgesetzt wird, wird den Tennisfans auch ein perfektes Rahmenprogramm geboten. In der Fanzone kann man etwa den Stars ganz nah beim Training auf den Schläger schauen, sich mit der Trophäe fotografieren lassen, den Bespannern über die Schulter schauen oder an diversen Gewinnspielen teilnehmen. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Die Auswahl an Restaurants und Snacks ist riesig. Wichtig ist nur, dass man eine volle Brieftasche mit dabei hat, denn allein ein kleines, verpacktes Sandwich kostet 6 Pfund.

„Fühlen uns wie Rockstars“

Die Tennisfans sind vom Millionen-Spektakel begeistert und danken es den Spielern mit toller Stimmung. Garniert mit den Lichteffekten und den Toneinspielungen garantiert ein Besuch in der über 17.000 Zuschauer fassenden Halle Gänsehaut. „Wir Spieler fühlen uns hier irgendwie wie Rockstars“, brachte es Novak Djokovic nach seinem Auftaktsieg gegen Thiem auf den Punkt. Speziell der Einlauf wird zelebriert wie sonst wohl nirgends.

Dann eben die Fahne von Spanien

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Auch eine Handvoll Österreichische Schlachtenbummler trugen mit rot-weiß-roten Fahnen und „Jetzt geht’s los“-Gesängen zur prächtigen Stimmung am ersten Tag bei. Man darf nur froh sein, dass die Thiem-Fans ihre Fahnen aus der Heimat mitgebracht haben. Denn während man in den Dutzenden Fanshops Fahnen von Amerika, Serbien, Kanada, der Schweiz, Japan, Frankreich, Spanien und natürlich Großbritannien findet, fehlt jene aus Österreich. Auch Wollhauben – in einer warmen Halle überhaupt äußerst wichtig – gibt es von allen Nationen außer von Österreich. Dies zeigt wohl, dass Österreich bei den ATP Finals noch nicht angekommen ist und dass Thiem, obwohl er in der Weltspitze längst angekommen ist, weiterhin Erfolge wie in der ersten Saisonhälfte feiern muss, um aus der Alpenrepublik eine Tennisnation zu machen, die weltweit respektiert wird. Die Österreicher, die den jungen Niederösterreicher auch bei den Spielen gegen Gael Monfils und Milos Raonic anfeuern werden, können sich aber durchaus eine Flagge von Spanien kaufen. Denn die beiden Fahnen schauen eh fast gleich aus und Iberer ist ohnehin in London in diesem Jahr nach der Absage von Rafael Nadal keiner dabei – außer die beiden Lopez im Doppel.

Fotos: Samuel Thurner

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