Österreichs einziger Trainer mit Wimbledontitel

Serena_Riedl

Wer die Tennishalle im 5-Sterne-Wellnesshotel „Posthotel“ in Achenkirch am Achensee betritt, merkt sofort, dass bald ein Mann vor einem stehen wird, der mit einigen der Großen im Tennissport auf Du und Du ist. Auf den Wänden prangern nämlich Fotos von Gery Riedl mit Boris Becker, Martina Navratilova und den Williams Schwestern Serena und Venus bei ihren Triumphen in Wimbledon oder Hannover.

Navratilova_Riedl

Jede Menge In- und Auslandserfahrung

Seit nunmehr 25 Jahren arbeitet der charmante Tiroler als Tennislehrer. „Für mich ist es in erster Linie eine Berufung“, schwärmt Riedl von seinem Traumjob. „Ich habe das Tennis nicht neu erfunden, sondern durch meine langjährige Erfahrung im In- und Ausland (unter anderem in der Schweiz, Spanien, Griechenland und Deutschland), und der Zusammenarbeit mit vielen Trainern einen großen Erfahrungsschatz sowie Können und Wissen angeeignet, dass ich nun meinen Schülern mit Freude weitergebe.“

In der Box, als Venus den Teller in die Höhe stemmte

Doch wie kommt ein junger Tennislehrer aus der kleinen Marktgemeinde Jenbach dazu, Stars wie die beiden Williams-Schwestern zu trainieren? „Viel habe ich meinem Mentor Niki Pilic zu verdanken.“ Beim viermaligen Gewinner des Davis Cups als Kapitän von Deutschland und Kroatien sammelte Riedl erste Erfahrungen im Profitennis. „Eigentlich rein zufällig kam ich in München bei einem Training in der Olympiahalle mit Venus und Serena in Kontakt“, lacht der heute 48-Jährige. Er lernte über seinen damaligen Spieler, der mit dem Deutschen Tommy Haas trainierte, Trainer-Guru Nick Bollettieri kennen. „Ich sollte mit meinem Schützling zum Training der Mädels kommen. Das tat ich auch und dann ging alles ganz schnell.“ Den US-Girls gefiel offensichtlich die Arbeitsweise der Tirolers und sie engagierten ihn als Europabetreuer. „Besonders stolz bin ich, das ich als einziger Trainer Österreichs einen Wimbledon Titel mit einer Spielerin vorzuweisen haben“, strahlt Riedl. Als Venus Williams im Jahr 2000 nämlich den goldenen Teller in die Höhe stemmte, saß der Tiroler in der Box und applaudierte neben Vater Richard Williams der siebenfachen Grand-Slam-Siegerin und ehemaligen Weltranglisten-Ersten zu.

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Engagement in der Schweiz

Heute leitet Riedl, der neben Venus und Serena Williams auch Sylvia Plischke, Lilia Osterloh, Patricia Mayr-Achleitner, Vince Spadea und Jovan Savic trainierte, seit 10 Jahren seine eigene Tennisschule in Achenkirch und lässt auch Hobby-Spielern ein wenig Grand-Slam-Luft schnuppern. Doch auch im Ausland ist Riedl engagiert. „Im November des Vorjahres habe ich beim Tennisclub in Egg bei Zürich die Tennisschule mit rund 100 Kindern und Jugendlichen sowie 200 Erwachsenen übernommen“, schwärmt der Tiroler unter anderem von den Rahmenbedingungen. „In diesem Club wird Jugendarbeit groß geschrieben und ein beträchtlicher finanzieller Betrag investiert. Zehn Jugendliche sind im Leistungskader. Drei Jungs im Kader des schweizer Verbandes.“ Sein Schützling Robin Stettbacher wurde im Januar Schweizer Meister der unter 10-Jährigen. „Wenn man bei uns sieht wie das Tennis schön langsam aber sicher zugrunde geht und der Verband nicht mal mehr in der Lage ist, eine vernünftige Jugendarbeit auf die Beine zu stellen, ist es in der Schweiz schon fast paradiesisch“, übt Riedl auch Kritik an seinem Heimatland.

Robin_Riedl

Fotos: Riedl

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