Rekordkulisse peitscht Monfils ins Halbfinale von Wien

Ausverkaufte Stadthalle beim Spiel Rosol - Monfils (Erste Bank Open 2015, Wiener Stadthalle); Copyright: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Christian Hofer, 23.10.2015 Honorarfreier Abdruck zur redaktionellen Berichterstattung ueber die Erste Bank Open 2015

Wer hätte das nach der ersten Runde und dem Aus aller heimischen Spieler im Einzel für möglich gehalten? Ganz Wien ist offenbar im Tennisfieber. Anders ist es nicht zu erklären, dass am Viertelfinaltag 9100 Zuschauer in die ausverkaufte Stadthalle stürmten. Rekord in 41-jährigen Turniergeschichte! Denn eigentlich haben am Centre Court „nur“ 8700 Menschen Platz. „Wir haben kurzfristig sogar Stehplatz-Karten aufgelegt, um alle Kartenwünsche erfüllen zu können. Das hat es bisher überhaupt noch nie gegeben“, war Turnierdirektor Herwig Straka erfreut. Erst zwei Mal zuvor sei die Wiener Stadthalle ausverkauft gewesen: Im Jahr 1992, als US-Tennislegende Jimmy Connors gleich in der ersten Runde am Franzosen Fabrice Santoro scheiterte. Und 2011, als Österreichs bisher einziger Grand-Slam-Sieger im Einzel und Weltranglisten-Erster Thomas Muster mit 44 Jahren noch einmal auf die ATP-Tour zurückgekehrt. In einem wahren Generationen-Duell verlor der heutige Turnierbotschafter damals übrigens gegen die aktuelle Nummer eins des Landes, Dominic Thiem.

Franzose riss Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin

Und die vielen Tennisfans wurden vor allem von einem Mann nicht enttäuscht. Publikumsliebling Gael Monfils riss die Zuschauer im Spiel gegen den Tschechen Lukas Rosol mit zahlreichen spektakulären Schlägen und Show-Einlagen immer wieder zu Begeisterungsstürmen hin. Der Franzose gewann nach einer Stunde und 52 Minuten mit 6:7 (3), 6:3, 6:3.

Gael MONFILS/FRA, (Erste Bank Open 2015), Wiener Stadthalle); Copyright: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Leo Hagen, 23.10.2015 Honorarfreier Abdruck zur redaktionellen Berichterstattung ueber die Erste Bank Open 2015

Topgesetzter Ferrer schlägt launenhaften Fognini

Im Semifinale bekommt es der „Tennis-Clown“ mit Turnierfavoriten David Ferrer zu tun. Der als Nummer eins gesetzte Spanier besiegte den wieder einmal launisch aufgelegten Fabio Fognini in 74 Minuten mit 6:4, 6:2. Dabei erwischte der Italiener sogar den besseren Start. Er lag mit einem Break rasch mit 3:1 voran. Doch dann kam Ferrer auf Touren und durchbrach im weiteren Verlauf des ersten Satzes gleich zweimal den Aufschlag seines Gegners. Auch im zweiten Durchgang war der Wien-Finalist des Vorjahres der dominierende Mann auf dem Platz und sorgte mit zwei weiteren Breaks für klare Verhältnisse. „Ich weiß, dass Fabio ein sehr guter Spieler ist, der manchmal jedoch nicht konstant genug ist. Der erste Satz war sehr eng, da war er auch ein Break vorne. In dieser Phase musste ich um jeden Punkt kämpfen. Im zweiten Satz hat er dann ein wenig den Fokus verloren – da war ich dann da und habe meine Chancen genützt“, meinte die Nummer acht der Welt.

David Ferrer/ESP (Erste Bank Open 2015, Wiener Stadthalle); Copyright: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Christian Hofer, 23.10.2015 Honorarfreier Abdruck zur redaktionellen Berichterstattung ueber die Erste Bank Open 2015

Gulbis „entschärfte“ Aufschläge von Karlovic

Im zweiten Semifinale treffen zwei Überraschungsspieler aufeinander. Der Lette Ernests Gulbis kämpft gegen US-Boy Steve Johnson um einen Platz im Finale.

Der Schützling von Günter Bresnik „entschärfte“ in seinem Halbfinale regelrecht „Aufschlagmonster“ Ivo Karlovic. Gulbis, der aufgrund von Problemen mit seinem Handgelenk in der Weltrangliste bis auf Platz 117 abgerutschte, setzte sich in einer Stunde und 42 Minuten mit 7:6 (4), 7:6 (5) durch und wird dadurch nach dem Turnier im Ranking mit Sicherheit wieder auf einer Position um Platz 80 zu finden sein. „Ich habe in dieser Saison nur zwei gute Turniere gespielt – eines in Montreal und jetzt hier in Wien. Aufgrund meiner Probleme mit dem Handgelenk musste ich bei den US Open und in Shenzhen jeweils in der ersten Runde aufgeben. Auch in St. Petersburg konnte ich nicht voll spielen. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, nach Wien zu kommen und mit Günter zu trainieren. Dazu wurde mein Handgelenk intensiv behandelt, und jetzt funktioniert es wieder“, freut sich Gulbis. „In der ersten Runde gegen den österreichischen Qualifikanten Lucas Miedler habe ich noch nicht gut gespielt, in der zweiten Runde ist es schon besser gegangen und heute war es richtig gut“, strahlte der French Open-Semifinalist von 2014.

Ernests GULBIS/LAT, (Erste Bank Open 2015), Wiener Stadthalle); Copyright: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Leo Hagen, 23.10.2015 Honorarfreier Abdruck zur redaktionellen Berichterstattung ueber die Erste Bank Open 2015

Johnson setzte sich in höchst dramatischer Partie durch

Halbfinal-Gegner Johnson warf den als Nummer zwei gesetzten Südafrikaner Kevin Anderson in einer ebenso hochklassigen wie dramatischen Partie nach zwei Stunden und 37 Minuten mit 5:7, 7:6 (5), 6:4 aus dem Turnier.

Steve JOHNSON/USA, (Erste Bank Open 2015), Wiener Stadthalle); Copyright: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Leo Hagen, 23.10.2015 Honorarfreier Abdruck zur redaktionellen Berichterstattung ueber die Erste Bank Open 2015

Fotos: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Christian Hofer (2), e-motion/Bildagentur Zolles KG/Leo Hagen (3)

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