„Russisches Roulette“ im Fed-Cup-Finale

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Stellt euch vor, euer Land spielt im Fed-Cup-Finale und kein Mensch interessiert sich dafür. Während viele Tennisspielerinnen wohl von einem Sieg beim größten Mannschaftsbewerb der Damen im Tennis träumen, scheinen sich zumindest die russischen Mädchen weniger dafür zu interessieren. Von den insgesamt sechs Top-30-Spielerinnen wird nämlich keine im Endspiel gegen Italien am 2. und 3. November auf Sardinien auflaufen. Russlands Fed-Cup-Kapitän Shamil Tarpischev muss mit einer absoluten Notbesetzung anreisen. Er nominierte für das Endspiel Alexandra Panova (WTA 138), Alisa Kleybanova (186), Irina Khromacheva (231) und Margarita Gasparyan (317).

Verletzungen, Streit mit dem Verband oder einfach keine Lust

Die Teilnahme von Maria Sharapova, die eher ungern Fed Cup spielt, stand durch ihre Schulterverletzung außer Frage. Maria Kirilenko (18), Elena Vesnina (25) und Anastasia Pavlyuchenkova (26) ziehen es vor, lieber beim parallel stattfindenden WTA Tournament of Champions in Sofia zu spielen. Die Routiniers Svetlana Kuznetsova (21) und Nadia Petrova (105) hatten im Vorfeld bereits angekündigt, dass sie lieber nicht Fed Cup spielen möchten. Weiters laboriert Ekaterina Makarova (24) derzeit an einer Verletzung am rechten Handgelenkt. Und auch die 19-jährige Daria Gavrilova (129) steht für Tarpischev nicht zur Verfügung, weil sie nicht genügend Unterstützung vom russischen Verband bekommen habe.

Luxusproblem bei Favorit Italien

Ein Grund für die zahlreichen Absagen soll sein, dass die Spielerinnen unzufrieden mit den Prämien für den Fed Cup sind. Dies wird aber bestritten. Für Vesnina ist auch die Tatsache, dass es in Sofia Weltranglistenpunkte gibt und im Fed-Cup nicht, ein Grund für ihre Absage. Den Italienerinnen kann dieses „russische Roulette“ vor dem Fed-Cup-Endspiel nur recht sein. Denn das Team um Sara Errani geht nun als haushoher Favorit in das Finale und kann zum vierten Mal den Bewerb gewinnen. Und die Italienerinnen überlassen nichts dem Zufall und treten mit den derzeit vier besten Einzelspielerinnen ihres Landes an. Sara Errani (7), Roberta Vinci (13), Flavia Pennetta (31) und Karin Knapp (41) werden auf Sardinien mit dabei sein. Italien kann sich sogar den Luxus erlauben, dass ihre erfahrenste Spielerin, Francesca Schiavone (42), nicht im Kader steht. Übrigens: Vinci war ebenfalls für das Turnier in Sofia eingeladen und hat sich für das Fed-Cup-Finale entschieden.

Foto: Samuel Thurner

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