Schatten über Melbourne: Mega-Wettbetrug im Profitennis?

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Ausgerechnet zu Beginn des ersten Grand-Slam-Turniers 2016, den Australian Open in Melbourne, erschüttert ein angeblicher Wettskandal den Tenniszirkus. Besonders perfide: Laut BBC und „Buzzfeed“ stehen nicht etwa Profis, die sich finanziell gerade noch über Wasser halten können, sondern 16 Stars aus den Top 50 unter Verdacht, für verlorene Matches bis zu 50.000 US Dollar kassiert zu haben. Auch Grand-Slam-Sieger sollen dabei sein. Namen werden erst einmal keine genannt.

Rund 70 Spieler sollen in Wettskandal verwickelt sein

Rund 70 Spieler mit dem Gauner-Gen sollen insgesamt in den Wettskandal verstrickt sein und absichtlich Matches verloren haben, während verdächtig hohe Summen auf Außenseiter gesetzt wurden. Etwa die Hälfte von ihnen schlagen angeblich auch bei den Australian Open auf. Laut Medienberichten wurden die Namen der Verdächtigen bereits vor sieben Jahren an die Tennis-Bosse übergeben, doch der Skandal soll vertuscht worden sein. „Jeder weiss, dass es im Tennis Wettbetrug gibt!“ Mit dieser Aussage sorgte der Schotten Andy Murray vor einigen Jahren für jede Menge Wirbel.

Tennis-Bosse wehren sich gegen Vorwürfe

Bereits wenige Stunden nach den Enthüllungen traten die Tennis-Bosse rund um ATP-Chef Chris Kermode vor die Presse und gaben ein erstes Dementi ab. „Sämtliche Vorwürfe sind haltlos.“ Sie stellen zudem in Abrede, dass die zuständige Tennis Itengrity Unit Hinweisen zu Betrügereien kein Gehör geschenkt hätte. Man nehme das Thema aber sehr ernst und habe seit 2008 daher auch rund 14 Millionen US-Dollar in das Programm investiert.

26.000 Matches unter die Lupe genommen

Doch in „BuzzyFeed“ ist auch nachzulesen, wie man den Betrügereien auf die Schliche gekommen ist: Daten von rund 26.000 Matches zwischen 2009 und 2015 wurden analysiert. Dann wurde Spieler genau unter die Lupe genommen, die Matches verloren haben, obwohl sie eigentlich gewinnen hätten müssen und dann mit Sportwetten, bei denen es um viel Geld ging, abgeglichen.

Betrug nachzuweisen wird schwierig

Ob man die Betrügereien tatsächlich nachweisen kann, darf bezweifelt werden. Schließlich geht es im Tennis um Kleinigkeiten. Es ist einfach, leichte Fehler zu machen. Und vor allem kann ein einziger ein Spiel entscheiden. Bereits in der Vergangenheit wurden lebenslange Sperren – wie etwa die gegen den Österreicher Daniel Köllerer – nur äußerst selten ausgesprochen.

Foto: tennis-klatsch.com

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