Schiri-Fehler brachte Hantuchova auf die Palme

Daniela Hantuchova Foto: Sepp Gallauer/Sport Magazin

Abseits übersehen? Schwalbe? Oder Ball hinter der Linie? Nahezu jedes Wochenende stehen weltweit Fußball-Schiedsrichter in der Kritik. Trotz Hawk-Eye häufen sich in letzter Zeit aber auch die Fehlentscheidungen der Schiedsrichter im Tennis.

Statt Wiederholung entschied Schiedsrichterin auf „Einstand“

Daniela Hantuchova etwa wurde in ihrem Drittrundenmatch bei den French Open gegen die Deutsche Angelique Kerber das Opfer einer katastrophalen Schiedsrichterentscheidung. Die Slowakin hatte beim Stand von 1-3 im zweiten Satz Spielball. Nachdem Kerbers Return von der Linienrichterin Aus gegeben wurde, machte sich das Tennis Pin-up im Glauben des Spielgewinns auf den Weg zur Bank. Doch die erfahrene Schiedsrichterin Louise Engzell aus Schweden überstimmte die Entscheidung der Linienrichterin und gab den Return von Kerber gut. Zurecht, wie das Hawk-Eye, das in Paris allerdings nicht offiziell zum Einsatz kommt, zeigte. Doch anstatt den Ballwechsel zu wiederholen, sprach Engzell aus unerfindlichen Gründen Kerber den Punkt zu. „Égalité“ hallte es über das Mikrofon. Hantuchova war daraufhin natürlich stink sauer, schließlich hatte die Slowakin den Ball nach dem Aus-Ruf zurück ins Feld gespielt, sodass der Punkt definitiv hätte wiederholt werden müssen. „Ich habe den Schlag gemacht. Ich habe den Ballwechsel nicht unterbrochen. Du hast mir den Punkt genommen“, wetterte sie in Richtung der Schwedin und weigerte sich zunächst bei „Einstand“ weiterzuspielen. Auch die Oberschiedsrichterin wollte die Entscheidung nicht revidieren. Sämtliche Argumentationen der Slowakin brachten nichts. Der Punkt wurde Kerber zugesprochen. Obwohl Hantuchova ihr Aufschlagspiel dennoch durchbrachte, verlor sie am Ende das Match mit 7-5, 6-3.

„Shitstorm“ gegen Kerber

Nach der Begegnung entlud sich im Internet ein „Shitstorm“. Nicht jedoch gegenüber Schiedsrichterin Louise Engzell, sondern auf Angelique Kerber. Die Deutsche wurde kritisiert, dass sie sich nicht für das Wiederholen des Ballwechsels eingesetzt habe und Fairplay vermissen ließ. „Ich weiß gar nicht mehr, worum es genau ging. Ich habe versucht, mich nicht in die Diskussion verwickeln zu lassen und mich nur auf mich zu konzentrieren“, entgegnete die Weltranglisten-Neunte in der anschließenden Pressekonferenz.

Nicht die erste Fehlentscheidung

Schiedsrichterin Louise Engzell fällt nicht zum ersten Mal wegen einer krassen Fehlentscheidung auf. Ein ähnlicher Fauxpas unterlief der Schwedin im Achtelfinale der US Open 2010 zwischen der Estin Kaia Kanepi und Yanina Wickmayer aus Belgien. Und Engzell war unter anderem auch die Schiedsrichterin beim berühmten Ausraster von Serena Williams im US-Open-Halbfinale 2009 gegen Kim Clijsters, der letztendlich zum Matchverlust für Williams führte.

Hawk-Eye verweigert

Doch nicht nur im Damentennis sorgten Schiedsrichter-Fehlentscheidungen zuletzt für Ärger. Beim Millionenturnier in Indian Wells etwa wurde der Usbeke Denis Istomin in seinem Erstrunden-Spiel gegen Radek Stepanek beim Stand von 1-6, 4-3 und Breakball vom Stuhlschiedsrichter um einen ganz wichtigen Punkt gebracht. Istomin wurde nämlich der Einspruch verweigert. Ein Linienrichter übersah einen Rückhand-Cross-Ball, der offensichtlich im Aus landete. Istomin stoppte eindeutig den Ballwechsel und hob den Zeigefinger seiner linken Hand in die Höhe, um mit dem Hawk-Eye den Abdruck kontrollieren zu lassen. Doch der Usbeke tat dies bloß so kurz, dass es der Stuhlschiedsrichter nicht gesehen haben will. Dieser sprach kurzerhand Stepanek den Punkt zu. Istomin reklamierte, er habe doch die Hand gehoben, die Challenge wurde ihm jedoch verweigert. Was diese Angelegenheit nur doppelt bitter macht: Istomin spielte Stepaneks vermeintlichen Ausball noch zurück ins Feld und Stepanek setzte den Ball darauf wohl abermals knapp ins Aus. Doch auch diesen Ball durfte Istomin nicht mehr überprüfen lassen. Den zweiten Ausball sah der Schiedsrichter sogar „in der Mitte des Platzes“.

Foto: Sepp Gallauer/Sport Magazin

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