Schock in Wimbledon: Bombenwunsch und kollabierte Frau

Dass in Wimbledon traditionell am Sonntag zwischen den beiden Turnierwochen nicht gespielt wird, ist vermutlich gut so. Denn am Samstag herrschte an der Church Road eine besorgniserregende, angespannte und sehr emotionale Stimmung.

60-jährige Frau zusammengebrochen
So musste etwa das Match zwischen dem Deutschen Jan-Lennard Struff und dem Kasachen Michail Kukushkin beim Stand von 2:2 im vierten Satz für über eine Stunde unterbrochen werden, weil eine Zuschauerin auf Court Nummer 12 zusammengebrochen war. Sie konnte erfolgreich reanimiert werden. Dass am Ende mit Struff der letzte Deutsche im Bewerb ausschied, wurde zur Nebensache. „Eine 60-jährige Frau kollabierte während der Partie auf Platz 12. Sie wurde umgehend medizinisch betreut und erfolgreich reanimiert, bevor sie in ein lokales Krankenhaus gebracht wurde“, heißt es in einem Statement der Wimbledon-Verantwortlichen.

Fognini redete sich in Rage
Diese werden auch über das Verhalten von Fabio Fognini nicht erfreut gewesen sein. Der Heißsporn aus Italien „wünschte“ dem All England Lawn Tennis and Croquet Club bei seiner Drei-Satz-Niederlage gegen US-Boy Tennys Sandgren einen wohl nicht ganz ernst gemeinten Bombenanschlag. Der Jung-Vater redete sich in Rage, weil er mit der Spielansetzung auf Court 14 ein Problem hatte. „Ist es fair, dass wir hier spielen müssen?“, fragte er in Richtung seiner Betreuer. „Diese verdammten Engländer. Ich wünschte, eine Bombe würde über diesem Club explodieren.“ Bei der anschließenden Pressekonferenz entschuldigte sich Fognini für sein Verhalten. Ob die Sache damit erledigt ist, wird sich zeigen. Das Grand Slam Board, der Rat der vier Grand-Slam-Turniere, sperrte den Italiener nämlich nach einem Eklat bei den US Open im Herbst 2017 für zwei Major-Turniere, allerdings auf Bewährung. Das „Enfant terrible“ beschimpfte damals die Schiedsrichterin aufs Übelste und wurde mit einer saftigen Geldstrafe bestraft sowie von der Anlage verwiesen.

Sieg und Niederlage für Andy Murray
Doch Tennis gespielt wurde auch: Während Roger Federer und Rafael Nadal im Gleichschritt problemlos ins Achtelfinale einzogen, ließen vor allem die beiden Auftritte von Andy Murray die Herzen der Briten höher schlagen. Während der Schotte im Doppel mit Partner Pierre-Hugues Herbert gegen die kroatische Paarung Nikola Mektic und Franko Skugor den kürzeren zog, feierte der zweifache Wimbledon-Champion mit Serena Williams im Mixed einen souveränen Auftaktsieg. Die beiden Superstars gewannen gegen den Deutschen Doppel-French-Open-Sieger Andreas Mies und der Chilenin Alexa Guarachi mit 6:4, 6:1.

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