Sensation in Stuttgart: Thiem schlägt Rasenkönig Federer

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So langsam gehen einem die Superlative aus, um die momentanen Auftritte von Dominic Thiem zu beschreiben. Nach dem grandiosen Einzug ins Semifinale der French Open in Paris, zeigte der junge Niederösterreicher nun auch auf Rasen seine Klasse. Beim ATP-Turnier in Stuttgart mussten sich einige am Halbfinaltag wohl mehrfach kneifen, auch wenn man zu Beginn nicht der Eindruck hatte, dass der Schützling von Günter Bresnik gegen Großmeister Roger Federer eine Chance hat. Zu abgeklärt spielte der 17-fache Grand-Slam-Sieger in Satz ein und holte sich diesen mit 6:3.

5:0-Führung im zweiten Satz vergeigt

Doch plötzlich dreht der Jungstar mächtig auf. Thiem zog rasch mit 5:0 davon. Der Schweizer hielt aber dagegen, gewann fünf Games in Serie und holte sich im Tiebreak sogar zwei Matchbälle. Einen vergeigter der Maestro haarsträubend, den anderen wehrte Thiem bravouros ab. Und so kam es wie es kommen musste. Die Nummer sieben der Welt gewann das Tiebreak und erzwang einen Entscheidungssatz.

Erst 22. Niederlage vom Schweizer auf Rasen

Doch erst einmal ging es in die Kabine. Regen sorgte nämlich für rund eine Stunde Spielunterbrechung. Doch der 22-Jährige ließ sich nicht aufhalten. Nach einer Stunde und 58 Minuten durfte Thiem die Hände in Richtung Himmel strecken und sich über den 3:6, 7:6 und 6:4-Sieg vor den Augen von Freundin Romana Exenberger freuen. Für Federer war es im 175. Match auf Rasen erst die 22. Niederlage.

Finale nun gegen Kohli

„So ein unwirkliches Gefühl für mich. Roger Federer, den mit Abstand besten Tennisspieler aller Zeiten, auf seinem besten Belag zu schlagen ist die mit Abstand beste Leistung meiner Karriere bisher“, schrieb Thiem auf seiner Facebook-Seite. „Das Match war einfach der komplette Wahnsinn, im zweiten Satz 5:0 geführt und dann musste ich noch zwei Matchbälle abwehren, total irre! Ich muss gestehen, dass ich mir nicht so viel auf Rasen zugetraut habe.“ Im Finale kommt es zu einer Neuauflage des Endspiels von München. Der Lichtenwörther trifft dort auf den Deutschen Philipp Kohlschreiber.

Foto: Samuel Thurner

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