Sharapova drohen nach Doping-Beichte vier Jahre Sperre

Maria Sharapova Pressekonferenz Stuttgart, Foto: Samuel Thurner

Der US-Sportartikelhersteller Nike hat bereits erste Konsequenzen gezogen und den hoch dotierten Sponsorvertrag mit dem Weltstar auf Eis gelegt. „Wir sind traurig und überrascht über die Neuigkeiten von Maria Sharapova“, wird Konzern-Sprecher KeJuan Wilkins von diversen Medien zitiert. Nike will nun erst einmal das Ergebnis weiterer Ermittlungen abwarten und bis dahin den Vertrag ruhen lassen, bevor man sich überlegt, wie es weitergeht. Und auch der Schweizer Uhrenhersteller „TAG Heuer“ wird den auslaufenden Vertrag wohl nicht verlängern.

Ein Abgang für immer?

Nachdem die Tennis-Schönheit bei einer Pressekonferenz in einem Hotel in Los Angeles selbst publik machte, dass sie bei den diesjährigen Australian Open eine positive Dopingprobe abgelegt hatte und die seit Anfang des Jahres verbotene Substanz Meldonium in ihrem Körper gefunden wurde, rätseln nicht nur die Tennisfans, ob die bestbezahlteste Sportlerin der Welt je wieder zum Schläger greifen wird. „So möchte ich meine Karriere nicht beenden“, meinte die fünffache Grand-Slam-Siegerin mit gebrochener Stimme bei der live im Internet übertragenen Pressekonferenz.

Von vier Jahren bis gar keine Sperre ist alles möglich

Sharapovas Anwalt John Haggerty befürchtet eine lange Sperre für seine Mandantin. „Diese kann bis zu vier Jahre dauern“, erklärte der Jurist der Tageszeitung „USA Today“, fügt aber hinzu: „Milderungsgründe könnten dazu führen, dass Frau Sharapova überhaupt keine Sperre blüht.“

Wegen Anzeichen von Diabetes verschrieben

Fachleute, wie der deutsche Anti-Doping-Experte Fritz Sörgel, rechnen mit einer Dopingsperre von „mindestens zwei Jahren“. „Es ist egal, wie lange sie das Medikament genommen hat. Und wenn sie es schon 20 Jahre genommen hat. Es ist seit dem 1. Januar 2016 ein Dopingmittel. Ich könnte mir jetzt keine Konstellation vorstellen, dass sie nicht mindestens zwei Jahre gesperrt wird. Da gibt es nichts zu diskutieren“, erklärte der Mediziner im Interview mit „Sky“. Auch der Umstand, dass Sharapova das Medikament von einem Arzt wegen Anzeichen von Diabetes verschrieben bekommen haben soll, wird wohl eine Sperre nicht verhindern können.

Zweifel an medizinischen Gründen

Während in ihrer Heimat Russland Sportminister Vitali Mutko ankündigte, Sharapova in jeder Hinsicht unterstützen zu wollen, ätzen einige Kolleginnen und Kollegen gegen die Blondine. „Ich bin extrem verärgert und enttäuscht“, meinte etwa die einstige Nummer eins der Welt, Jennifer Capriati, die selbst während ihrer Karriere mit Drogen-Skandalen für Aufsehen sorgte. „Ich hatte kein teures Ärzteteam, das mir beim Betrügen half“, twitterte das ehemalige Wunderkind. Wie viele zweifelt Capriati an der Version von Sharapova, sie habe Meldonium aus gesundheitlichen Gründen eingenommen. „Warum nimmt man ein Medikament, das gegen Herzbeschwerden hilft und dich schneller regenerieren lässt, wenn du nicht an Herzproblemen leidest?“, so Capriati. Ob Marias schöne Augen gelogen haben?

Foto: Samuel Thurner

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