Steffi Graf trauert um ihren Vater

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Er war es, der aus seiner Tochter Steffi einen Tennisstar machte. Am Samstag ist Peter Graf im Alter von 75 Jahren nach längerer Krankheit in Mannheim gestorben. Das teilte die Familie am Sonntag mit. Laut deutschen Medieninformationen litt Graf an Krebs und hatte die vergangenen Wochen im Krankenhaus verbracht.

„Wunderkind“ dank väterlicher Strenge

Erst mit 27 entdeckte er den Tennissport. Seine Tochter war vier, als sie die ersten Bälle auf dem Platz schlagen musste. Dass aus der kleinen Steffi einmal die weltbeste Tennisspielerin werden würde, ahnte Vater Peter Graf früh. Zumindest behauptete er es später. Er sah in ihr früh das „Wunderkind“, das seine Tochter dank auch väterlicher Strenge tatsächlich werden sollte. Ihr Verhältnis blieb über Jahre offenbar eng und vertrauensvoll, und es überstand wohl auch lange die schwersten Krisen, in die der Vater seine Tochter gleich mehrfach stürzte – wenn am Ende doch nicht ganz unbeschadet.

Zu einer Freiheitsstrafe verurteilt

1988 fiel erstmals ein Schatten auf die Karriere der Steffi Graf. Fortan begleiteten die Ausnahmeathletin Gerüchte um finanzielle Unregelmäßigkeiten. Damals blieben sie noch unbewiesen – Peter Graf sollte angeblich Schmiergelder für die Teilnahme seiner Tochter am Fed Cup gezahlt haben. Zwei Jahre später wurde ihm dann schon eine weitere Affäre nachgesagt, dieses Mal zu einem „Nacktmodel“, sogar von einer angeblichen geheimen Vaterschaft war die Rede.Die Schlagzeilen gingen nicht spurlos an Steffi Graf vorbei, sie verlor immer wieder Turniere, die Belastungen der vielen väterlichen Fehltritte waren der jungen Frau anzusehen. 1995 dann musste sich Peter Graf endgültig für kriminelle Machenschaften vor Gericht verantworten. Mehr als ein Jahr saß er in Untersuchungshaft. Schließlich wurde er 1997 vom Landgericht Mannheim zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, weil er dem Staat die Steuern auf Siegprämien seiner Tochter vorenthalten hatte. Graf, der zuvor schon in Untersuchungshaft gesessen hatte, kam 1998 wieder frei.

Kontakt zur Tochter riss offenbar nie ab

Danach wurde es stiller um ihn. Peter Graf arbeitete allerdings wieder als Tennistrainer und beriet auch weiterhin Tennisspielerinnen, wenn auch nicht mehr seine Tochter. Der Kontakt zu ihr und dem 1971 geborenen Sohn Michael riss aber offenbar nie ganz ab, auch wenn Steffi Graf nach ihrem Karriereende 2001 den amerikanischen Tennisspieler Andre Agassi heiratete und seither eher zurückgezogen mit Sohn Jaden Gil (2001) und Tochter Jaz Elle (2003) in Las Vegas lebt.

Foto: welt.de (Screenshot)

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