„Team Europa“ gewinnt Schaulaufen der Superstars in Prag

Wie erwartet holte sich „Team Europa“ von Kapitän Björn Borg bei der Premiere des an den Ryder Cup im Golf angelehnten Laver Cups in Prag den Pokal. Doch Rafael Nadal, Roger Federer, Alexander Zverev, Marin Cilic, Tomas Berdych und Dominic Thiem musste am Ende gegen den Rest der Welt sogar noch zittern. Das Schaulaufen der Superstars wurde am letzten Tag nämlich noch zum Thriller.

Perfekt inszenierte Show-Veranstaltung

Die Inszenierung war perfekt, alles war genau durchgestylt und die Besetzung war erstklassig! Bereits einen Tag vor dem Startschuss jubelten 10.000 Tennisfans auf dem Prager Rathausplatz den beiden Teams zu. In der stets mit 15.000 Zuschauern ausverkauften O2-Arena wurde ein edler schwarzer Hartplatz verlegt – ein Novum für alle Spieler. Während die Mannschaft von Borg einheitlich in blau auflief, waren die Schützlinge von Pendant John McEnroe in rot gekleidet. Der von Roger Federer und seiner Agentur Team8 mitinitiierte Laver Cup war bis auf das kleinste Detail genauestens durchorganisiert. Und mit dem Rekord-Grand-Slam-Sieger, Nadal, Borg, McEnroe und Namensgeber Rod Laver sorgten fünf Tennisgrößen aus drei unterschiedlichen Epochen bereits im Vorfeld für eine enorme Anziehungskraft. Diese Anziehungskraft überblendete sogar die Tatsache, dass es sich in Wahrheit um eine reine Show-Veranstaltung mit angeblich horrenden Antrittsgeldern und null Profit für die Weltrangliste handelte.

Rest der Welt als krasser Außenseiter

Einziger Wermutstropfen: Zumindest auf dem Papier galten die vier US-Amerikaner John Isner, Jack Sock, Sam Querrey und Frances Tiafoe sowie der Australien Nick Kyrgios und der Kanadier Denis Shapovalov als krasse Außenseiter ohne geringster Chance. Dabei fehlten im „Team Europa“ sogar die drei verletzten Hochkaräter Andy Murray, Novak Djokovic und Stan Wawrinka.

Neun Tiebreaks am ersten Tag

Und so stand es nach Siegen von Cilic, Thiem und Zverev zum Auftakt des Kontinental-Wettkampfes wie erwartet 3:0. Doch die einzelnen Matches selbst konnten spannender nicht sein. Der Kroate Cilic siegte gegen Tiafoe zwei Mal im Tiebreak. Der Österreicher Thiem gab Satz eins gegen Isner im Tiebreak mit 17:15 ab, revanchierte sich in Satz zwei, gewann die Kurzentscheidung 7:2 und erkämpfte sich im entscheidenden Champions-Tiebreak den Sieg mit 10:7. Und auch beim Spiel Zverev gegen Shapovalov bekamen die Zuschauer zwei Tiebreaks zu sehen. Zwei Mal mit dem besseren Ende für den Deutschen. Wundertüte Kyrgios und Ami Sock konnten im ersten Doppel gegen Nadal und Lokalmatador Berdych zumindest den ersten Punkt für die Weltauswahl holen – erneut nach einem gewonnenen Tiebreak und einem 10:7 im Champions-Tiebreak.

Nadal und Federer erstmals zusammen im Doppel

Verloren war für die Mannen von John McEnroe nach Tag eins aber auch dank der speziellen Regeln nichts. Schließlich bekam man an Tag zwei für einen Sieg zwei Punkte und an Tag drei sogar drei Punkte. Doch nach einer Galavorstellung von Roger Federer gegen Sam Querrey (6:4, 6:2), einem knappen Sieg von Rafael Nadal gegen Jack Sock (6:3, 3:6, 11:9) und dem Triumph im lang ersehnten gemeinsamen Doppel der beiden legenden Legenden Federer und Nadal gegen ihre selben Gegner wie im Einzel, schien der erste Laver Cup trotz des Sieges von Kyrgios gegen Berdych (4:6, 7:6, 10:6) entschieden.

Der „Maestro“ holt den entscheidenden Sieg

Doch der dritte und letzte Tag sollte noch einmal spannend werden. Nach dem Auftaktsieg der US-Boys Sock und Isner gegen Berdych und Cilic, erkämpfte Zverev gegen Querrey mit seinem 6:4, 6:4-Erfolg den ersten Matchball für Europa. Rafael Nadal konnte diesen aber nicht verwandeln. Der Spanier verlor überraschend 7:5, 7:6 (1) gegen John Isner. So musste es der „Maestro“ höchstpersönlich richten. Und er enttäuschte Kapitän Borg und seine Teamkollegen nicht. Nach verlorenem Startsatz zwang der Schweizer Tennis-Rüpel Kyrgios ins Champions-Tiebreak. Und dort bewies der Weltranglisten zweite Nervenstärke, holte einen Rückstand auf und gewann am Ende 11:9.

Wiedersehen in Chiago

Im nächsten Jahr bekommt das „Team Welt“ die Chance auf die Revanche – und das bei Heimvorteil. Nach Prag in diesem Jahr werden die Superstars im September 2018 im United Center in Chicago aufschlagen.

Foto: Ben Solomon/Laver Cup

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