Tennislehrer wegen herumliegenden Filzkugeln verurteilt

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Unfassbar! Ein Tennislehrer hat während einer Trainingsstunde dafür Sorge zu tragen, dass auf dem Spielfeld keine Tennisbälle herumliegen, auf die ein Tennisschüler treten und sich verletzen könnte. Das hat das Hanseatische Oberlandesgericht Bremen unlängst entschieden und ein vorangegangenes Urteil des Landgerichts Bremen revidiert.

Der Kläger, ein zum Zeitpunkt des Unfall 42-jähriger Tennisneuling, stürzte in einer seiner ersten Trainingsstunden beim Rückwärtslaufen über einen am Spielfeld liegenden Ball. Dabei war eine Sehne im rechten Knie gerissen und der Mann musste operiert werden.

Er verklagte daraufhin seinen Trainer auf Zahlung von 4500 Euro Schmerzensgeld und 254 Euro materiellen Schadensersatz (Attestkosten, Reisestornokosten,…).

Mit der Begründung, dass ein Tennisspieler beim Training nicht erwarten könne, von jedem Risiko geschützt zu werden, wies das Landgericht Bremen die Klage ab. Ein normaler Trainingsablauf wäre nicht mehr möglich, wenn es die Pflicht eines Trainers wäre, das Spielfeld ständig von Bällen freizuhalten.

Die Richter am Oberlandesgericht gaben dem damals 42-Jährigen jedoch Recht: „Von einem Tennislehrer könne im Rahmen seiner Fürsorgepflicht erwartet werden, dass sich beim Ballwechsel keine Bälle im Bewegungsradius des Tennisschülers befinden.“ Der damit verbundene Aufwand sei zumutbar. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu.

Symbolfoto: Samuel Thurner

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