Thiem & Bresnik vor Gericht: Kommt es zum Vergleich?

Es war wohl die erfolgreichste Zusammenarbeit im Welttennis in den vergangenen Jahren. Der Weg, den Günter Bresnik mit seinem Schützling Dominic Thiem gegangen ist, wurde sogar im Buch „Die Dominic-Thiem-Methode: Erfolg gegen jede Regel“ zu Papier gebracht. Doch im Frühjahr 2019 trennten sich die beiden. Es kam zum Zerwürfnis. „Ohne mich wäre Dominic ein Future-Spieler“ wird der Erfolgstrainer von diversen Medien zitiert.

Es geht um mehr als 450.000 Euro
Nun muss sich sogar ein Gericht mit Österreichs berühmtester Tennis-Scheidung beschäftigen! Es geht natürlich ums Geld – um mehr als 450.000 Euro, die der ehemalige Mentor, Freund, Manager und Trainer von der Nummer drei der Welt fordert.

Bresnik ließ auf sich warten
Am Freitag kurz nach Mittag im Landesgericht für Zivilrechtssachen im Wiener Justizpalast ließ Bresnik seinen eigenen Rechtsbeistand sowie Thiem mit Anwalt warten. Er soll noch kurz einkaufen gewesen sein. Doch vor Richterin Nußbaumer-Doppler war man vollzählig.

Lukrative Verträge abgeschlossen
Bresnik klagt auf Erfüllung von Verträger. Denn im Jahr 2014 soll sich der Trainer-Guru, der auch Boris Becker betreut hatte, bis zu Thiems Karriereende 30 Prozent sämtlicher Einnahmen – vom Preisgeld bis hin zu Sponsorverträgen – seines damaligen Schülers gesichert haben. In einer Zusatzvereinbarung 2016 wurde aber offenbar festgehalten, dass die Zahlungen 2022 enden, wenn Bresnik bis dahin 20 Prozent aller Einnahmen kassiert. Für das erste Quartal 2020 klagt der 59-Jährige nun insgesamt 466.612,64 Euro ein.

Siege machen Ex-Trainer glücklich
„Bresnik hat an meinem Mandaten zwölf Millionen Euro verdient. Nach der Trennung bot man ihm eine Abschlagszahlung von zwei Millionen Euro bzw. zeitlich befristet zehn Prozent auf alle in der Ära Bresnik abgeschlossenen Sponsorverträge an. Das hat er abgelehnt. Mehr bieten wir sicher nicht“, betonte Thiems Anwalt Manfred Ainedter nun vor Gericht. Bresnik wäre allerdings nur bereit den Vertrag endgültig aufzulösen, wenn er für drei Jahre 20 Prozent bekommt. „Die Wertschätzung meines Mandanten für Herrn Thiem ist aber weiterhin ungebrochen. Er ist der glücklichste Mensch, wenn Herr Thiem die US-Open gewinnt“, meinte der Anwalt von Bresnik, Gottfried Korn.

Gespräch ohne Anwälte
Obwohl Vergleichsgespräche im Vorfeld scheiterten, will man nun auf Anregung der Richterin doch zu einer außergerichtlichen Einigung kommen. Beiden würde damit ein mühevoller Prozess erspar bleiben. In der letzten Februarwoche wollen sich Thiem und Bresnik nun gemeinsam mit einer Mediatorin an einen Tisch setzen – ohne ihre Anwälte. „Anwälte vergiften in einer solchen Situation nur. Ich will nicht dabei sein. Weil ich weiß, dass ich in spätestens fünf Minuten meinem Freund Doktor Ainedter den Schädel einschlage“, erklärte Korn. Man darf gespannt sein …

Fotos: Samuel Thurner

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