Thiem nach Thriller gegen Berrettini im Finale von Wien

Dominic Thiem greift nach seinem ersten Titelgewinn bei den mit 2.433.810 Euro dotierten Erste Bank Open! Der als Nummer eins gesetzte Lokalmatador setzte sich im Semifinale in der mit 9600 Zuschauern ausverkauften Wiener Stadthalle in einem zwei Stunden und 33 Minuten dauernden Tennis-Thriller gegen Matteo Berrettini mit 3:6, 7:5, 6:3 durch. Finalgegner ist der als Nummer fünf gesetzte Argentinier Diego Schwartzman, der im zweiten Halbfinale Gael Monfils mit 6:3, 6:2 bezwang. In den direkten Duellen liegt der Österreicher mit 4:2 voran – in der laufenden Saison ist die Bilanz mit 1:1 ausgeglichen. Nachdem Schwartzman in seiner argentinischen Heimat Buenos Aires in drei Sätzen gewonnen hatte, drehte Thiem den Spieß in Barcelona mit einem Zweisatzerfolg um.

Österreicher mit mehr Luft am Ende
Die Halbfinal-Parte zwischen Thiem und Berrettini bot dramatisches, hochklassiges Tennis, das die begeisterten Fans immer wieder von den Sitzen riss. Der Weltranglisten-Elfte aus Italien machte zu Beginn den kompakteren Eindruck, setzte seine peitschende Vorhand immer wieder gut ein und holte sich auch verdient den ersten Durchgang. Mit dem Break zum 3:2 lag Thiem Mitte des zweiten Satzes erstmals voran, der Österreicher büßte diesen Vorteil mit dem Aufschlagverlust zum 4:4 jedoch wieder ein. Mit einem weiteren Break zum 6:5 legte der Schützling von Nicolas Massu dann die Basis für den Satzgleichstand. In der Entscheidung wirkte der Lichtenwörther körperlich um eine Spur fitter als sein Gegner, mit Breaks zum 4:3 und 6:3 machte Thiem den erstmaligen Finaleinzug in Wien unter dem tosenden Applaus des Publikums endgültig perfekt.

Heimvorteils als „Wahnsinns-Push“
„Es war für alle Beteiligten ein ganz besonderer Tag. Die Halle war vom ersten bis zum letzten Punkt bummvoll. Es war ein Match auf sehr, sehr hohem Niveau, das so verlaufen ist, wie ich es mir vor der Partie gedacht habe. Wir sind beide in Topform, daher war es aufgelegt, dass es ein gutes Match wird. Die absolute Krönung ist jetzt, dass ich am Ende gewonnen habe“, freute sich Thiem, der auch die großartige Atmosphäre in der Wiener Stadthalle, die die Fans mit „Dominic“-Sprechchören förmlich zum „Beben“ brachten, besonders hervorhob. „Das war die beste Stimmung, die ich jemals erlebt habe. Bei guten Punkten von mir ist die Halle ja förmlich explodiert und diesen Heimvorteil muss ich einfach ausnützen. Die Unterstützung hilft extrem – es gibt dir so einen Wahnsinns-Push, wenn man ein Break oder ein wichtiges Aufschlaggame macht“, betonte Thiem, nach dessen Halbfinal-Triumph über Berrettini die 2000 noch verfügbaren Karten für das Finale binnen 20 Minuten vergriffen waren. „Das ist richtig geil. Ich freue mich schon extrem auf morgen. Es ist richtig schön, dass die Halle wieder ausverkauft sein wird“, ergänzte Thiem.

Im Endspiel wartet Kumpel Schwartzman
Dem Umstand, dass er im Semifinale fast eine Stunde und 20 Minuten länger als Endspielgegner Schwartzman am Platz stand, maß der Österreicher keine große Bedeutung bei. „Es ist ein ganz besonderes Match, wie jedes Finale. Es war heute zwar eine anstrengende Partie, aber es gibt Tage wie das French-Open-Finale oder eben morgen, da gibt es keine Müdigkeit. Ich bin so voll mit Adrenalin, dass ich voll da sein werde“, versprach Thiem, den mit Finalgegner Diego Schwartzman eine enge Freundschaft verbindet. Der Argentinier mit aktueller Weltranglisten-Position 15, der sich in den vergangenen Tagen zum Liebling des Wiener Publikums gemausert hat, blickt dem Finale voller Vorfreude entgegen. „Ich möchte das Match genießen. Es geht gegen einen meiner besten Freunde auf der Tour. Wir sind fast gleich alt, haben viele ähnliche Interessen und jetzt hat er auch einen südamerikanischen Coach. Wir haben die ganze Woche darüber geredet, wie es wäre, im Finale gegeneinander zu spielen. Im Februar haben wir ja in meiner Heimat in Buenos Aires im Halbfinale gegeneinander gespielt, dort habe ich gewonnen. Jetzt spielt er zu Hause und das Publikum wird voll hinter ihm stehen“, weiß Schwartzman, was auf ihn zukommt.

Foto: e-motion/Bildagentur Zolles KG/Martin Steiger

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