Thiem nach Krimi-Sieg über Djokovic im Masters-Finale

Es war nichts für schwache Nerven. Dominic Thiem vergeigte im Halbfinale der ATP-Finals in London fünf Matchbälle – unter anderem auch mit einem Doppelfehler – und gewann dann doch noch nach zwei Stunden und 54 Minuten einen echten Thriller gegen Novak Djokovic mit 7:5, 6:7 (10) und 7:6 (5)

Satz zwei noch aus der Hand gegeben
Österreichs Nummer eins und der Weltranglisten-Erste spielten auf Augenhöhe. Insgesamt machte der US Open-Champion mit 119 zu 114 ganze vier Punkte mehr. Den ersten Satz holte sich der Niederösterreich mit 7:5, ehe die beiden folgenden Tiebreak kurioser und spannender nicht sein hätte können. Im zweiten Satz hatte Thiem vier Mal die Chance, das Match für sich zu entscheiden. Doch der Serbe verwandelte seinerseits seinen vierten Satzball zum 12:10.

Sechster Matchball sitzte
Wer nun glaubte der Schützling von Nicolas Massu würde zu hadern beginnen, der irrte. Im Gegenteil: Thiem servierte vorne weg und ließ nur wenig zu. Doch im alles entscheidenden Tiebreak in Satz drei startete der Österreicher katastrophal. Schnell lag er mit 0:4 hinten und kaum jemand glaubte noch, dass Thiem wie im Vorjahr das Finale beim Turnier der besten acht Spieler des Jahres erreichen wird. Doch die Nummer drei der Welt drehte noch einmal richtig auf, machte sechs Punkte in Serie und verwandelte schließlich seinen insgesamt sechsten Matchball.

Fünfter Sieg über den Serben
„Nach meinem ersten großen Titel in New York dachte ich, dass ich ein bisschen ruhiger sein würde, aber das war scheinbar ein Fehler“, lachte Thiem nach dem Match. „Ich war genauso nervös wie sonst. Das Match war so sehr auf der Kippe, ich bin unglaublich glücklich, dass ich durch bin.“ Im 12. Duell mit Djokovic feierte der Lichtenwörther seinen fünften Sieg und ist neben Andy Murray der einzige Spieler, der gegen Nole, Roger Federer (5:2-Bilanz für Thiem) und Rafael Nadal (6:9) fünf Mal siegen konnte.

Gegen Medvedev um den Titel
Im Finale trifft Thiem nun auf Daniil Medvedev. Der Russe stand im Halbfinale gegen Rafael Nadal schon mit dem Rücken zur Wand, ehe er den am Ende sichtlich angeschlagenen Spanier nach zwei Stunden und 35 Minuten mit 3:6, 7:6 (4), 6:3 besiegte.

Foto: Samuel Thurner

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