Thiem trotzte Wetter und erkämpfte sich Krimi-Sieg

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„Singin’ in the Rain“ hallte es am Dienstag auf der Anlage des MTTC Iphitos München immer wieder durch die Boxen. An Tennis war bei den BMW Open by FWU AG vorerst nicht zu denken. Doch plötzlich ließ kurz vor 15 Uhr Ortszeit der Regen nach und nur wenige Minuten, nachdem der letzte Tropfen vom Himmel fiel, konnten Dominic Thiem und Vasek Pospisil, die stundenlang auf den Beginn ihres Matches warten mussten, bereits den Court 1 betreten (auch ein Zeichen für die offensichtlich hervorragenden Plätze in der bayrischen Metropole).

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Die Zuschauer, die trotz gefühlter 0 Grad ausgeharrt haben, bekamen von Anfang an ein Match auf Augenhöhe zu sehen – mit leichten Vorteilen für den Kanadier. Pospisil servierte hervorragend, wirkte aggressiver und suchte auch immer wieder den Weg ans Netz. Zwar konnte Thiem das erste Break zum 2:4 umgehend zu null wettmachen, doch der Österreicher gab seinen Aufschlag ausgerechnet beim Stand von 5:6 erneut ab. Der erste Satz war damit entschieden. Im zweiten Durchgang kam Thiem bei phasenweise hochklassigem Tennis immer besser ins Spiel. Obwohl er immer wieder lamentierte und mit sich selbst unzufrieden schien, nahm Österreichs Nummer eins dem Aufschlagriesen das Service zum 4:3 ab und rettete sich in einen alles entscheidenden dritten Satz.

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In den Entscheidungsdurchgang startete Thiem wie die Feuerwehr, führte rasch mit 2:0 und hatte sogar die Chance, mit einem weiteren Break auf 3:0 davonzuziehen. Stattdessen gelang Pospisil das Re-Break zum 3:3. Es kam wie es kommen musste. Das Match wurde im Tiebreak entschieden. Und der war nichts für schwache Nerven. Thiem sah bei 5:2 bereits wie der sichere Sieger aus. Doch der Kanadier kämpfte sich zurück und wehrte bei 6:5 sogar den ersten Matchball ab. Es war ein hin und her, bei dem beide Akteure vor allem eine hervorragende Aufschlagleistung zeigten. Thiem selbst wehrte bei 6:7 und 8:9 ebenfalls zwei Matchbälle ab und konnte nach 2 Stunden und 8 Minuten mit einem phänomenalen Rückhand-Passierschlag die Linie entlang das Match mit 5:7, 6:4, 7:6 (9) für sich entscheiden.

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Speziell Mama Karin, die nicht nur aufgrund der Kälte auf den Rängen zitterte und nach dem Match Dominics erste Gratulantin war, war die Freude über den ersten Sieg ihres Sohnes beim dritten Sandplatz (in Monte Carlo und Barcelona schied Thiem jeweils in der ersten Runde aus) in dieser Saison anzusehen. Nun wartet auf den 21-jährigen Niederösterreicher in der zweiten Runde niemand geringer als Vorjahresfinalist Fabio Fognini. Der Italiener setzte sich gegen den Kärntner Bastian Trinker bei dessen Hauptbewerbs-Premiere auf der ATP-Tour mit 6:2 und 7:6 (3) durch.

Fotos: Samuel Thurner

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